Carl Nixon

Rocking Horse Road

Roman
Cover: Rocking Horse Road
Weidle Verlag, Bonn 2012
ISBN 9783938803509
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stefan Weidle. Am Strand einer schmalen Landzunge vor Christchurch wird 1980 die Leiche der 17jährigen Lucy Asher gefunden. In der Mitte dieser schmalen Landzunge vor Christchurch verläuft die Rocking Horse Road. Lucys Eltern haben ein Milchgeschäft an dieser Straße, und Lucy arbeitete oft dort, angeschwärmt von einer Gruppe 15jähriger Jungen. Lucy wurde erwürgt. Für die Jungen ist damit ihre Kindheit zu einem traumatischen Ende gekommen. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen. Im Jahr nach dem Mord, 1981, touren die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, durch das Land. Protest gegen das Apartheidsregime erhebt sich. Es kommt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Die Jungen sind Rugby-Fans und erleben das Geschehen hautnah mit: "Wir hatten das Gefühl, dass da vor unseren Augen etwas sehr Wichtiges zerbrach. Wir konnten es nicht benennen, es war etwas, das uns zuvor selbstverständlich gewesen war und das, wie wir instinktiv wußten, niemals würde repariert werden können."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Insbesondere die Erzählperspektive von Carl Nixons Roman bewundert Felix Stephan in seiner wohlwollenden Kritik. In einer neuseeländischen Kleinstadt wird eine Schülerin umgebracht, worauf sich eine Gruppe von Jugendlichen daran macht, den Mörder zu finden, fasst der Rezensent zusammen. Hinter der Fassade der Kleinstadt-Normalität werde das Abgründige sichtbar, nicht zuletzt durch das ominöse "Wir", das die Erzählerstimme bilde. Wer sich dahinter verbirgt, ist nicht leicht auszumachen, Stephan vermutet, dass es der "common sense" ist, der sich hier artikuliert. Ein großartiger Einfall, findet der Rezensent, denn dadurch wird die Stimme entindividualisiert und so aus der "individuellen Haftung" entlassen. Auch wenn er Nixon so manches Motiv von Eugenides, David Lynch oder Wes Anderson aufgreifen sieht, fügt sich ihm der Roman doch zum äußerst schlüssigen, sehr spannenden und geradezu "zwangsläufigen" Ganzen. Faszinierend, mit welch leichter Hand der neuseeländische Autor seine Geschichte entspinnt, die auf jeder Seite "vollkommen nachvollziehbar" bleibt, lobt Stephan angetan.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.09.2012

Tobias Gohlis ist begeistert von Carl Nixons Krimi um eine ermordete Teenagerin und eine Gruppe von Verehrern, die 25 Jahre lang versucht, dem Verbrechen auf den Grund zu gehen. Nixon weiß, wovon er schreibt, so der Rezensent, denn nahe Christchurch, auf der schmalen Landzunge The Spit, durch die die Rocking Horse Road führt, ist der Autor selbst aufgewachsen. Indem er die Anti-Apartheid-Proteste rund um die Neuseeeland-Tour der südafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft in seine Handlung einbezieht, verbinde er seine Krimigeschichte mit der Geschichte Neuseelands, so Gohlis, und das überaus gelungen. "Rocking Horse Road" sei "ein stärkeres Stück Literatur als alles, was unter dem Etikett 'Krimi' in diesem Neuseeland-Herbst der Buchmesse an Land gekommen ist".

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