Aus dem Englischen von Dorothee Merkel. Gibt es einen Platz auf der Welt, an dem wir ankommen können, wenn man uns das Wichtigste genommen hat? Die Ehe zwischen Abram und seiner Frau Alisa ist nicht ohne Probleme, doch mit ihren beiden Töchtern führen sie ein komfortables Leben auf einer Farm in Südafrika. Als 1927 ein Gesetz erlassen wird, das die Beziehung zwischen Schwarzen und Weißen unter Strafe stellt, geraten sie in große Gefahr, denn plötzlich sind die Kinder der Beweis für eine verbotene Beziehung. Abram ist ratlos, wie er seine Familie vor der Maschinerie des Gesetzes schützen kann, bisher sind sie durch ihren Wohlstand der schlimmsten Diskriminierung entgangen. Doch sein Zögern treibt das Paar immer weiter auseinander, immer stärker tut sich zwischen ihnen ein Graben auf. So weit, dass Alisa schließlich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als ihre Familie in den Abgrund zu reißen.
Davon, wie die beginnende Apartheid in Südafrika eine Familie auseinanderreißt, liest Rezensent Dirk Fuhrig bei Rešoketšwe Manenzhe: Sie nimmt eine Familie in den Blick, die in der Nähe Kapstadts wohnt, die Mutter ist schwarz, der Vater weiß. Die Repressionen nehmen zu, unter dem Druck nimmt die Mutter sich und einer der Töchter das Leben, erfahren wir, die Erzählung wechselt zur Perspektive der anderen Tochter, auch Tagebucheinträge der Mutter kommen zu Wort. Das wird relativ wenig miteinander verbunden, räumt Fuhrig ein, auch Hintergrundwissen zur Apartheid wird eher vorausgesetzt als eingespielt. Die Zerrissenheit der Familie macht ihm aber auch die "ernste, dunkle, innerliche Tonlage" klar.
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