Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Bologna 1944: Commissario De Luca muss Mordfälle für rivalisierende Auftraggeber lösen. Ein schier aussichtsloses Unterfangen.Die besetzte Stadt im Klammergriff der Eiseskälte und ausgeblutet von den Bombenangriffen. Wehrmacht und SS werden flankiert von Mussolinis "Schwarzen Brigaden", die äußerst grausam auf Partisanenaktionen reagieren. De Luca ist jetzt Teil der politischen Polizei und steht damit an der Seite der Folterer. Als in der Sperrzone im Zentrum drei Leichen gefunden werden, soll er für drei Auftraggeber ermitteln: für die Faschisten, die Nazis und die Kollegen des geheimen "antifaschistischen Polizeipräsidiums" - ein führender Kopf des Widerstands wird nämlich zu Unrecht beschuldigt. De Luca wittert die Chance, seine Sünden zu sühnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2022
Rezensentin Maria Wiesner liest mit großem Interesse in Carlo Lucarellis Kriminalroman "Der schwärzeste Winter". Der italienische Schriftsteller, der für seinen Grenzen auslotenden Schreibstil bekannt ist, erzählt darin vor dem Hintergrund des wachsenden Faschismus im Jahr 1944 in Italien in einem für ihn untypisch konventionellen, dreiteiligen Handlungsaufbau von Kommissar De Luca, der nach dem Fund von drei Leichen in Bologna für drei verschiedene Institutionen, der Präfektur, der Resistenza und den Deutschen für die Fallaufklärung beauftragt wird, erklärt Wiesner. Durch die vielen eingeworfenen Gedanken, Erinnerungen an Kriegsgräuel und Hinweise im Handlungsablauf werde man der Rezensentin zufolge als Leser*in kalkuliert verwirrt, sodass man beinahe in Versuchung gerate, sich selbst Notizen zum Geschehen anzufertigen. Man merke dem Autor sein Interesse für korrekte Details und historische Kriminalfälle jedenfalls an, schlussfolgert sie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.11.2021
"Großartig unbehaglich" nennt Rezensent Thomas Wörtche den inzwischen sechsten Teil von Carlo Lucarellis im faschistischen Italien spielender Krimi-Serie über Commissario de Luca. Gebannt folgt er Lucarellis zerrissenem Helden, der hier für eine faschistische Spezialeinheit arbeitet, die Aktionen gegen die Partisanen der Resistenza durchführt. Zugleich denkt er mit Blick auf das Ende des Krieges und den Sieg der Alliierten darüber nach, dass es sinnvoll wäre, den Widerstand zu unterstützen. Brillant, wie Lucarelli seinen obsessiv in drei Mordfällen ermittelnden Kommissar in die Mangel nimmt, lobt Wörtche. Und wie der Autor das eiskalte Bologna im letzten Kriegswinter schildert, ringt ihm außerdem große Anerkennung ab.
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