Aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Vier Tote und ein Metzger - und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit.
Eines Abends bekommt Duca Lamberti bizarren Besuch: Ein gewisser Silvano bittet den ehemaligen Arzt darum, die Jungfräulichkeit einer jungen Frau wiederherzustellen, damit sie den einflussreichen Metzger Brambilla heiraten kann. Als Lamberti den Vorfall der Polizei meldet, ergeben sich bald Verbindungen zu mehreren mysteriösen Todesfällen, die bislang als Unfälle in den Akten stehen. Das Netz der Verstrickungen reicht bis in die Zeiten der Partisanen zurück. Da taucht plötzlich eine junge Amerikanerin auf, die sich zu den Morden bekennt. Ihre Beichte stürzt Lamberti in einen Gewissenskonflikt …
Tim Caspar Boehme freut sich über die Neuauflage der Lamberti-Krimis von Giorgio Scerbanenco. Heftig geht es zu, wenn der Ex-Arzt mit allerhand Brüchen in der eigenen Biografie und Psyche privat ermittelt, warnt Boehme. Boehme fasziniert allerdings nicht so sehr die Drastik, sondern vor allem Scerbanencos Sinn für gesellschaftliche Missstände und Verdrängtes, für die Frage: Warum? Auch wenn der Autor auf die genretypischen Versatzstücke nicht verzichtet, bietet er laut Boehme doch allerhand mehr. Neben einer meisterlichen Dramaturgie und pychologisch feiner Figurenzeichnung auch eine kunstvolle Handhabung verschiedener Erzählebenen und das Gewähren von Leerstellen, die den Leser zum Selberdenken anregen, erklärt Boehme.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2018
Peter Henning freut sich über den erneuten Versuch eines deutschsprachigen Verlages, Giorgio Scerbanenco mit seinen ersten beiden von insgesamt vier Lamberti-Roman salonfähig zu machen. Im Grunde ist er das längst, findet Henning, der Scerbanencos Ermittler Duca Lamberti ins Herz geschlossen hat, ebenso wie die dämmrige Welt der Außenseiter und kleinen Leute, die der Autor in den 50er und 60er Jahren in Mailand ansiedelt, wo er Kultur und Weltoffenheit auf Gier und Brutalität treffen lässt. Wie Scerbanenco Unterhaltung und ernste Literatur verbindet und mal eben die moderne italienische Krimiliteratur begründet, findet Henning famos, auch wenn der Leser der Romane nicht auf Trost hoffen sollte. Die Widersprüche bleiben bestehen, meint Henning, und der Triumph über das Böse ist nur von kurzer Dauer.
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