Aus dem Amerikanischen von Margarete Längsfeld. Larry Weller träumt davon, einen Irrgarten anzulegen. Kein Wunder: Ein Labyrinth hat durchaus Ähnlichkeit mit Larrys chaotischem Leben. Mit 50 Jahren und nach zwei Ehen nimmt er erstmals sein Leben selbst in die Hand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2000
Hans-Josef Ortheil hat dieses Buch zunächst offenbar mit einiger Skepsis in die Hand genommen. Titel und Klappentext ließen ihn eine der "klassischen amerikanischen Mittelstandsgeschichten" vermuten, in der eine langweilige Geschichte über eine ebenso langweilige Person erzählt wird. Aber die Autorin hat ihn offenbar schnell eines Besseren belehrt. Mit "großer Gescheitheit" sei es Shields gelungen, das Leben des unauffälligen Larry zu einer höchst interessanten und fesselnden Geschichte zu formen. Dazu trägt nach Ortheils Ansicht nicht nur ihr analytisches Geschick bei, sondern auch die virtuosen Handhabung der Form. So folgt die Autorin zwar einerseits einer Chronologie, gleichzeitig wird das Leben des Larry auch nach thematischen Gesichtspunkten erzählt, wie der Rezensent feststellt. Das führe zwar zu Überschneidungen, aber gleichzeitig erhalten die Ereignisse seiner Ansicht nach immer wieder eine "neue Bedeutung". Das Erstaunliche dabei ist, so Ortheil, dass Larry dem Leser nach und nach immer näher rückt: "Wir fangen an, (seine Eigenheiten) mit unseren Eigenheiten zu vergleichen". Und Larry, der Langweiler, wird zunehmend unverwechselbar. Shields zeige in diesem "mit großer Meisterschaft geschriebenen Roman", dass "auch heute noch ein großer Gesellschafts- und Entwicklungsroman möglich ist".
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