Sandale hat keine Träume mehr. Sie lebt in Bukarest auf der Straße, am Bahnhof geht sie betteln, in der Kanalisation schläft sie. Ansonsten ist die Sozialstation ihre einzige Anlaufstelle und so etwas wie eine Familie für sie. Als sie eines Abends dort hingeht, erkennt sie in dem neuen Zivildienstleistenden den Jungen wieder, dem sie am Bahnhof den Rucksack geklaut hat. Zu ihrer großen Überraschung verrät Martin sie nicht, doch das macht sie nur wütend. Denkt der reiche Junge aus Deutschland, dass sie sein Mitleid braucht? In dieser ergreifenden Geschichte entdecken Sandale und Martin gemeinsam, dass Träume überall wohnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2006
Mit ihrer Besprechung stellt Rezensentin Birgitt von Maltzahn sowohl ein reales Sozialprojekt für Straßenkinder in Bukarest vor als auch einen wirklichen Roman. Beide überschneiden sich in der Hauptfigur, der fünfzehnjährigen Sandale. Die Autorin hat aus Sicht der Rezensentin nicht nur einen "einfühlsamen" Roman 'von unten' geschrieben, sie relativiere durch die Augen von Sandale auch die normalen Wertvorstellungen der behütet bürgerlichen Welt. Sandale sei nämlich als erfahrenes Straßenkind und Schnüffelsüchtige auch eine selbständige Person, der das ordentliche Leben in Pater Sporschills Sozialstation gar nicht nur erstrebenswert erscheint. Ein weiterer Kontrast, den die Autorin "geschickt" und "anschaulich" einflechte, sei der zu Jugendlichen aus Deutschland oder Österreich, wenn die verschiedenen Dimensionen von Wehwehchen aufeinanderprallten.
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