Caspar Battegay

Judentum und Popkultur

Ein Essay
Cover: Judentum und Popkultur
Transcript Verlag, Bielefeld 2012
ISBN 9783837620474
Kartoniert, 145 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Was ist jüdisch? Die Frage nach kulturellen Zuordnungen und religiösen Traditionen wird in der Popkultur oft auf überraschende und spielerische Weise beantwortet. Auch das Judentum erscheint in der Popkultur des 20. und 21. Jahrhunderts nicht als etwas Festes, sondern als wandelbare Figur in einem immer neu zu inszenierenden Spiel. Caspar Battegays Essay geht diesem Spiel mit Figuren des Jüdischen in einer Auswahl ganz unterschiedlicher Filme, TV-Serien, Songs und Texte nach. Dabei wird nicht nur ein neuer Forschungsbereich für die Jüdischen Studien in Deutschland erschlossen - auch die Theorie der Popkultur wird um die bislang vernachlässigte Dimension des Jüdischen bereichert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.02.2013

In Deutschland tut man sich schwer, jüdische Kultur mit etwas anderem als Klezmer und Kippa zu assoziieren, fasst Klaus Walter die Kernthese von Caspar Battegays Buch über "Judentum und Popkultur" zusammen. Wenn etwas nicht in dieses Bild passe, werde das Jüdische daran ignoriert, wie beispielsweise bei den Rock'n'Roll-Songwriterduos Goffin/King und Leiber/Stoller, bei Musikern wie Lou Reed, den Ramones und den Beastie Boys, bei Komikern wie Lenny Bruce und Filmen wie "Meet the Parents", in dessen deutscher Synchronfassung die kulturellen Bezüge zum Judentum "mit sinnfreiem Blabla substituiert" wurden, berichtet der Rezensent. Der Autor plädiere für einen breiteren, offeneren Begriff von jüdischer Kultur, der jüdische Identitäten abseits der gängigen Stereotypen zulasse, bilanziert Walter.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.09.2012

Für Julian Weber ist dieser Essay des Schweizer Literaturwissenschaftlers Caspar Battegay ein "wichtiges Buch", gut geeignet, unsere einseitige Wahrnehmung des Judentums zu verändern. Gegen unser von Holocaust und Nahostkonflikt geprägtes Bild stellt Battegay Popgrößen wie Lenny Bruce, Leonard Cohen oder Sarah Silverman, erklärt Weber, denn nichts sei für eine Identität so wichtig wie ihre ironische Brechung. Die jüdische Identität erkennt man also am besten mit der jüdischen Popkultur. Das findet Weber so klug gedacht wie überzeugend, Bedenken meldet er lediglich gegenüber Battegays etwas idealisiertem Pop-Begriff an.

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