Caspar Battegay

Leonard Cohens Stimme

Cover: Leonard Cohens Stimme
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783803137449
Gebunden, 160 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit vielen Abbildungen. Seine Stimme gehört zu den bekanntesten der Welt. Obwohl nicht einmal besonders 'schön', zieht Leonard Cohens Gesang weltweit Millionen von Fans in seinen Bann. Man verzeiht ihm Zynismus, überschwängliche Romantik und Pathos und lässt sich gern von ihm erschüttern. Caspar Battegay geht der Faszination für Cohens Stimme auf den Grund, deutet literarische und popkulturelle Hintergründe der Verbindung von Ton und Text und widmet sich Einflüssen der Politik und des Judentums. Anhand der neuen Deutung von Klassikern wie "Suzanne", "Who by Fire" oder "The Future" tritt uns Leonard Cohen als ein ironischer Prophet vor Ohren, dessen Stimme auch nach ihrem Verstummen noch weiterklingt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.12.2024

Weshalb Leonard Cohen von seinem Verlag  als "später Beat-Poet verramscht" wurde, ist für den Rezensenten Julian Weber absolut unverständlich. Trifft er dank dem Schweizer Literaturwissenschaftler und Judaisten Caspar Battegay hier doch auf einen "Feingeist", getrieben von einem geradezu avantgardistischen Hoffnungsgefühl. Zugleich hatte der kandadische Jude stets die historischen Katastrophen, die mit seiner jüdischen Herkunft in Verbindung stehen, im Blick, liest der Rezensent. Wie der Autor in Cohens Oeuvre vordringt, die Songlyrik ebenso wie die Gesangstimme betrachtet und dabei Aspekt aus Cohens Biografie einstreut, findet Weber beeindruckend. Vor allem aber lobt er, dass es Battegay gelingt, nah heranzuzoomen, und dennoch Voyeurismus zu vermeiden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024

Rezensentin Rose-Maria Gropp ist begeistert von Caspar Battegays Buch über Leonard Cohen. Denn der Autor sei zwar klarer Cohen-Fan, aber dennoch gelinge ihm ein akademisch-distanzierter, trotzdem nicht "kühler" Blick auf Cohens Musik, der sich nicht mit der Analyse eines Sounds zufriedengibt, sondern auch kulturwissenschaftliche Aspekte miteinbezieht. So geht es etwa verstärkt auch um Cohens jüdische Abstammung und sein kompliziertes Verhältnis zur Religion - neben dem Judentum auch das Christentum -, das seine Lieder durchzieht. Insbesondere die Analyse des Songs "Story of Isaac", die eine "Geburt des Protestsongs aus dem Geiste von Genesis 22" behaupte, imponiert der Kritikerin. Auch die Ausführungen zum Thema Sex in Cohens Songs, wo nicht selten "Gottes- und Frauenliebe" zusammenlaufen, liest Gropp mit großem Interesse, ebenso wie die Analyse von Cohens dunkler, zynisch geprägter Stimme vor dem Hintergrund der "Spätmoderne und ihrer Krisenwahrnehmung", wie sie Battegay beeindruckt zitiert. Eine "inspirierte, kulturwissenschaftlich untermauerte Lektüre", die nicht nur Fans ansprechen dürfte, schwärmt Gropp.

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