Herausgegeben von Hajo Steinert. Mit 92 zweifarbigen Abbildungen. Spätestens seit der großen Werkschau 2008 im Kölner Museum Ludwig gilt Chargesheimer als eine Kultfigur in der Geschichte der deutschen Fotografie. In den fünfziger Jahren trieb es ihn mit der Kamera nicht nur auf die Straßen von Paris und Köln, sondern auch in den Kölner Zoo. Für den Künstler ein Ort der Ruhe inmitten einer immer lauter werdenden Großstadt. Man sieht nachdenklich dreinschauende Affen, Pinguine in Reih und Glied, locker herum stehende Flamingos, traurige Bären, melancholisch blickende Tiger, lauernde Flusspferde und immer wieder Elefanten. Auch die Menschen im Zoo nahm er ins Visier. Hier eine Gänse fütternde einsame Dame im Pelzmantel, dort staunende Kinder in Sonntagskleidung vor der Absperrung, flanierende Einzelgänger auf dem Weg. Fotos, die Geschichten erzählen. Unbekannte und zum ersten Mal gezeigte Aufnahmen aus einer Zeit, da ein Besuch im Zoo noch zu den Höhepunkten des Jahres gehörte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2010
"Melancholisch und fasziniert" blickt Rezensent Hubert Spiegel in dem Bildband "Chargesheimer im Zoo. Fotografien aus den Fünziger Jahren" auf eine Zeit zurück, in der Zoos noch als Ruheinseln in der lauten Stadt galten und der Besucher sich noch - ohne über artgerechte Tierhaltung nachzudenken - naiv an den Tieren hinter den Gitterstäben erfreute. Spiegel ist begeistert von den "geradezu klassischen Porträts", auf denen der eigenwillige, 1971 verstorbene Fotograf Chargesheimer den "entscheidenden, magischen" Moment der Begegnung mit dem einzelnen Tier einfängt. Dabei lasse er keineswegs die Besucher aus dem Blick; hinter den Gitterstäben sitzend nehme er auch gerne die Perspektive der Tiere ein, bemerkt der Rezensent. Nicht ganz so enthusiastisch fällt sein Urteil über die Dramaturgie des von Hajo Steinert herausgegebenen Bandes aus. Porträts von Prominenten der früheren Republik, für welche Chargesheimer eigentlich berühmt geworden war, werden bisweilen zu "plakativ" den Tierbildern gegenübergestellt. Dennoch sei Steinert ein sentimentaler Rückblick auch auf das Köln der Fünziger Jahre gelungen, freut sich der Rezensent.
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