Aus dem Englischen von Klaus Berr. Elsie liebt schöne Gärten und ihre kleine Wohnung. Sie arbeitet als Putzfrau in einem Krankenhaus, besucht einmal im Monat ihre Mutter und ist gern allein. Denn Elsie ist so hässlich, dass sie immer und überall auffällt. Vor allem, wenn sie lächelt oder aufgeregt ist, wenden sich die Leute angewidert von ihr ab. Auch der Mann, der eines Tages in einem Bus neben ihr sitzt, fühlt sich von ihren neugierigen Blicken belästigt. Um sie loszuwerden, sagt er ihr, er habe einen Mann umgebracht und dafür fünfzehn Jahre im Gefängnis gesessen und hätte jetzt gern seine Ruhe. Aus dieser zufälligen Begegnung entwickelt sich eine Freundschaft zwischen zwei Einzelgängern, die für die Menschen um sie herum zutiefst rätselhaft ist und die beide auf äußerst ungewöhnliche Pfade führt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2009
Angetan zeigt sich Rezensentin Margret Fetzer von Charles Chadwicks zweitem Roman "Eine zufällige Begegnung". Zwar kommt das Werk in ihren Augen wesentlich "routinierter" daher als dessen Erstling "Ein unauffälliger Mann", den der Autor mit 72 Jahren veröffentlichte und der von der Kritik gefeiert wurde. So fühlt sie sich bei der Lektüre mitunter an eine Anleitung zum literarischen Schreiben erinnert. Nichtsdestoweniger aber wertet sie das Buch als überaus gelungen. Vor allem attestiert sie dem Autor, auch diesmal "überraschende Perspektiven auf das Alltägliche" zu eröffnen. Die Geschichte um die außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem entlassenen Mörder und einer hässlichen Putzfrau scheint ihr auf "charakteristische und charmante Weise altmodisch und innovativ zugleich". Ihr gefallen die skurrilen Figuren, die sich teilweise recht wirre Gedanken über ihre Mitmenschen machen. Am meisten aber bewundert die Figur der verschrobenen Elsie, eine "unvergessliche Protagonistin", die ihr in Erinnerung bleiben wird.
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