Aus dem Englischen von Karl-Heinz Siber. "Mitternacht im Pera Palace" erzählt die Geschichte des Aufbruchs Istanbuls in die Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schauplatz der rasanten Entwicklung ist das elegante Hotel Pera Palace, dessen Gäste Geschichte schrieben: Von Agatha Christie über Atatürk und Trotzki bis zu Geheimagenten aller Länder checkte ein, wer den Lauf der Welt veränderte. Ein stimmungsvolles Porträt Istanbuls von den "Swinging Twenties" bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2015
Mit dem Philosophen Charles King trifft sich Christiane Schlötzer zum Aperitif in der Lobby des eleganten Pera Palace Hotels in Istanbul, um Rückschau zu halten. Tagtraumartig mäandernd führt sie der Autor durch das Istanbul der Zwischenkriegszeit, ohne allerdings die aktuellen Bezüge aus den Augen zu verlieren. Laut Rezensentin entsteht so Stadtgeschichte als Zeitreise, mal bei den russischen Imigranten Halt machend, mal bei der Jazz-Kultur oder den Gezi-Protesten, die bis ins Pera Palace hineinreichten, wie sie aus diesem vergnüglichen wie kundigen und einfühlsamen Buch erfährt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015
Fasziniert ist Rezensent Rainer Hermann dieser Geschichte Istanbuls in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts gefolgt. Anschaulich und mit vielen ungewöhnlichen Beispielen erzähle der amerikanische Politikprofessor Charles King, wie sich aus dem Osmanischen Reich eine neues, westliches Istanbul entwickelte. Der Erste Weltkrieg mit seinen vielen Flüchtlingen aus aller Welt spielt dabei eine große Rolle (King verschweigt aber auch nicht die Vertreibung nicht-muslimischer Minderheiten, so der Rezensent). Wir erfahren von dem Georgier Dimitri Schalikaschwili, der das erste Strandbad in Istanbul eröffnete, dem schwarzen amerikanisch-russischen Frederick Bruce Thomas, der die ersten Nachtclubs ins Leben rief, der ersten türkischen Miss Universum und der Frauenrechtlerin Halide Edip, dem Tango Istanbul und dem Blues Istanbul, Agenten und Doppelagenten. Nach gut fünfhundert Seiten hätte Hermann gern weiter gelesen. Ein größeres Kompliment kann man einem Autor kaum machen.
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