Weder Roman noch Essay, ist Nicht Eins und Doch eine große meditative Spekulation, gefügt aus Tausenden von nachgelassenen Blättern. Der Naturgänger Christian Enzensberger, der auch als Anglist, Essayist und Übersetzer zeitlebens zu faszinieren wusste, denkt nach, was Menschsein heißen kann in sinnlich-berührendem Umgang mit der Natur am Leitfaden des Leibes, dem lebendigen Stoff. Der wird diesem im Buch der Natur lesenden Spaziergänger zum Maß des Menschen. "Nicht Eins und Doch" trägt Einspruch und Beharren schon im Titel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2013
In gewohnt schwindelerregender Prosa nimmt sich Thomas Kapielski Christian Enzensbergers postum erschienener Notizen zu Steinen an. Wohlwollend macht er das, sehr wohlwollend. Denn Enzensberger lässt den Leser laut Kapielski ziemlich allein mit seinem Unverständnis, ja Überdruss, einem "magischen Materialismus", einem allzu dunklen Raunen. Dass der Rezensent dennoch nicht abrät, liegt überhaupt nicht an der noblen Ausstattung des Bandes, sondern an ein paar schönen Stellen im Spröden, Steinigen, die Kapielski entdeckt.
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