Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
An dem neu übersetzten und neu illustrierten Kinderbuchklassiker interessieren Jens Thiele vor allem die Illustrationen von Lisbeth Zwerger. Nicht den spektakulären Neuinterpretationen ihrer englischen Kollegen Steadmann (1986) und Browne (1989) ist sie gefolgt, vielmehr hat sie sich neu auf die "offene Figur" der Alice eingelassen, die sie bildnerisch "verhalten" präsentiert. Ihre Gestaltungskraft wendet sie besonders den "körperlichen Empfindungen und Veränderungen" zu, dem Stürzen, Sich-Beengt-Fühlen, und Schwimmen beispielsweise. Bilder von "hohem ästhetischen Reiz" attestiert Thiele dem Buch, dessen Neuübersetzung ihn als Liebhaber Carrollscher Sprödigkeit weniger überzeugt, die er als leichter lesbar für Kinder und Jugendliche jedoch gelten lässt. Die Titelblatt-Illustration Zwergers ist neben der Rezension wiedergegeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Insgesamt rät Gundel Mattenklott von dieser Neuauflage des berühmten Buchs eher ab. Die Bearbeitung der Übersetzung Christian Enzensbergers leuchtet ihr nicht ein. Enzensberger hatte das unvergessliche "Ülkiger und Ülkiger" erfunden, und hier werde daraus ein plattes "Sonderbarer und Sonderbarer". Auch die Zeichnungen haben die Rezensentin nicht wirklich überzeugt. Alice ist ihr zu brav, die Augen halte sie stets niedergeschlagen, und sie stehe sonderbar beziehungslos zu den sie umgebenden skurrilen Erfindungen Carrolls. Mattenklott empfiehlt die Ausgaben mit den Illustrationen Tenniels, Rackhams oder Kallais.
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