Schockierende Realität: ein Hörsaal "Aldi Süd", ein von Google finanziertes Institut für Internet und Gesellschaft an der Humboldt Universität Berlin, schokoladenfreundliche wissenschaftliche Untersuchungen von einem Mars-Professor für Ernährung. Die Liste von Beispielen, wie Konzerne Einfluss auf Hochschulen und Wissenschaft nehmen, wird fast täglich länger. Dient Forschung an den öffentlichen Hochschulen der Allgemeinheit oder nutzt sie zunehmend einseitigen Gewinninteressen? Der Strom von privaten Geldern in die Wissenschaft ist dramatisch angeschwollen. Doch Großkonzerne sind keine Wohltätigkeitsvereine. Sie verfolgen mit dem Einsatz von Kapital gezielte Interessen. Nicht der Nutzen für die breite Bevölkerung soll dadurch erhöht werden, sondern der Nutzen der Konzerneigentümer: die Gewinne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2015
Als sinnvollen Anstoß zu einer Trendkorrektur begreift Thomas Thiel das Buch des Wirtschaftsprofessors Christian Kreiß über Fremdfinanzierung in der Wissenschaft. Die Meinung des Autors über von Banken finanzierte Lehrstühle, gesponserte Schulbücher und Stiftungsprofessuren scheint Thiel deutlich: geht gar nicht. Etwas enttäuscht ist der Rezensent allerdings doch, da der Autor für seine Fallstudien vor allem ältere Beispiele aus den USA heranzieht und kaum eigene Recherche bietet. Für viel mehr als ein "Streubild" zum Thema reicht das nicht, meint er.
Rezensent Ralf Pauli ist nicht vollends überzeugt, was die Darlegungen von Christian Kreiß zum problematischen Verhältnis zwischen Forschung und Industrie betrifft. Sehr energisch vertritt der Professor für Finanzierung an der FH Aalen die These, dass die Drittmittel-Finanzierung von Forschung diese nicht nur im Einzelnen, sondern systemisch bedingt verbiege. Auch da, wo keine direkte Einflussnahme stattfinde, drohe die "Schere im Kopf" und "Stiftergehorsam", wie Kreiß laut Pauli auch unter Verweis darauf, selbst eine entsprechende Stelle abgelehnt zu haben, insistiere. Diese pauschale Rigorosität werde vom Autor allerdings nur unzureichend von Belegen unterfüttert, bemängelt der Kritiker unter Verweis auf Gegenpositionen anderer Akteure aus dem Betrieb. Nicht zuletzt falle auch Kreiß hinter seine Standards und Transparenz-Plädoyers zurück, schreibt Pauli: Das Buch sei ebenfalls privat finanziert, der Finanzier bleibt jedoch ungenannt.
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