Mit dreiundzwanzig hat Yehya E. eine eindrucksvolle Karriere hinter sich: Sohn palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon, die erste Straftat mit sieben, Einser-Schüler und Tyrann an der Rütli-Schule, mit 15 Boss von der Sonnenallee. Drei Jahre Gefängnis, dann Vorzeige-Aussteiger aus der kriminellen Szene, Streitschlichter in Neukölln, Liebling der Politiker. Er scheint es geschafft zu haben. Plötzlich der Rückschlag. Wer hat versagt? Schonungslos und kritisch erzählt Christian Stahl von einer steilen kriminellen Karriere und dem schwierigen Weg des Ausstiegs, der jederzeit scheitern kann.
Der Journalist Christian Stahl hatte Yehya in Neukölln als intelligenten Jugendlichen kennen gelernt, der ihm Wasserkisten die Treppe hochtrug, und er hat sich mit ihm angefreundet, berichtet David Hugendick. Was folgte, hatte Stahl bereits in Teilen in der erfolgreichen Dokumentation "Gangsterläufer" gezeigt, in seinem Buch "In den Gangs von Neukölln" erzählt er jetzt die ganze Geschichte, so der Rezensent: Yehya ist auf den Straßen Neuköllns als "der Psychopath" bekannt und der Bürokratie als "Intensivtäter", der bereits mehrfach, auch für schwere Verbrechen, verurteilt wurde, verrät Hugendick. Stahl beschreibt aus seiner eigenen Perspektive, wie er versucht, die Welt Yehyas kennen zu lernen, die Regeln der Straße, ihre Codes, während er gleichzeitig die deutsche Justiz und Integrationspolitik kritisiert und zu verstehen versucht, warum sein Freund tut, was er tut, erklärt der Rezensent, der es Stahl vor allem anrechnet, dass er sich kein endgültiges Urteil erlaubt.
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