Deutsche Unternehmer und Schweizer Banker, Liechtensteiner Treuhänder, deutsche und österreichische Polizeibeamte sowie russische Konzernchefs und deren Mafia-Freunde spielen die Hauptrollen in dem ganz und gar realen deutsch-russischen Politkrimi. Der Journalist Jürgen Roth enthüllt ein Netzwerk krimineller Machenschaften, das in alle Bereiche unserer Wirtschaft, ja bis in die Politik reicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2004
Tief beeindruckt zeigt sich Manfred Funke von Jürgen Roths Recherchen über die Mafia, die den den Autor nicht etwa nach Italien, sondern nach Russland geführt haben. Funke wundert sich, dass nicht längst ein Aufschrei durch die westliche Öffentlichkeit gegangen ist, nicht längst Maßnahmen von "ganz oben" beschworen wurden, um das Phänomen der Geldwäsche, der Schutzgelderpressung, des Menschen-, Rohstoff- und Drogenhandels in den Griff zu bekommen. Das liegt vermutlich, zitiert Funke den Autor, an der deutsch-russischen Freundschaft, die niemand gefährden wolle. Weshalb auch kein Politiker daran interessiert sein dürfte, zumindest nicht öffentlich, Verdachtsmomente im Falle Wladimir Putins genauer zu erhellen. Roths Enthüllungen sind "faktengehärtet", schreibt Funke bewundernd, auch wenn sich der Autor natürlich nicht gewisser Spekulationen enthalten könne, die er auf der Basis seines gewonnen Wissens anstelle. Das ist völlig gerechtfertigt, findet Funke, Hand und Fuß hätten die Untersuchungen Roths allemal.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2004
Auch in Jürgen Roths neuestem Buch hat Cord Aschenbrenner wieder die typische Mischung des Frankfurter Publizisten gefunden, die sich durch Fleiß, gute Kontakte und Lust an aufwendiger Recherche auszeichne. Mit genauen Fallbeschreibungen und nicht ganz so genauen Verdachtsmomenten versucht Roth seinen Vorwurf zu untermauern, dass Politik, Justiz und Polizei eben jene "Gangster aus dem Osten" gewähren lassen, entweder "aus Ignoranz, Bequemlichkeit oder Berechnung", wie Rezensent Aschenbrenner darstellt. Und während vor allem in Russland Politik Wirtschaft und Mafia sich inzwischen überlappen, entwickle sich Deutschland in Roths Sicht zu einem der Hauptbetätigungsfelder dieser unheiligen Allianz. So spannend der Rezensent die Lektüre spannend findet, so entdeckt er doch auch zwei Schwachpunkte in dem Buch: den Stil des Autors und die recht vage Beweisführung.
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