Die Revolution begann in Kinderzimmern: Mit dem C64, dem ersten millionenfach verbreiteten Heimcomputer, eroberten sich Kinder und Jugendliche in den achtziger Jahren die digitale Welt und trieben die Entwicklung mit voran, als Hacker, Cracker, Nerds, Bastler und neugierige User. Christian Stöcker beschreibt in seiner Geschichte der Netzkultur die Akteure der digitalen Szene und ihr Selbstverständnis, die Einflüsse von Film und fantastischer Literatur, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft und Wirtschaft sowie die Auseinandersetzungen über den viel beschworenen digitalen Graben hinweg.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2011
Franz Himpsl ist ganz froh, dass Christian Stöckers Geschichte der digitalen Entwicklung schon wegen der Anbindung an die Biografie des Autors so kurzweilig zu lesen ist. Hier werden sich vor allem diejenigen angesprochen sehen und wieder finden, die selbst zur sogenannten "Generation C64" gehören, meint der Rezensent. Allerdings findet er diese Reise zu den Anfängen des Computers doch arg nostalgisch verklärt, auch die Hackerszene findet Himpsl von weniger eherenhaften Motiven geleitet als Stöcker. Auch wenn er den Vorwurf Stöckers, es herrsche in Deutschland immer noch zuviel Unwissen und Misstrauen in Bezug auf das Internet, nicht ganz von der Hand weisen will, kann er sich die Frage nicht verkneifen: Ist das elitäre Gebaren der Nerds nicht auch Schuld an der "digitalen Spaltung", die der Autor so wortreich beklagt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2011
Kurzweilig, informativ und überwiegend lesenswert findet Jan Ludwig Christian Stöckers Geschichte des Computers und der Entwicklung des Internets, und auch seinen Forderungen nach einer angemessenen Internetpolitik kann er sich im Grundsatz anschließen. Amüsiert hat der Rezensent den Widerschein der digitalen Entwicklung, die diese im "Jugendzimmer" des Autors hinterlassen hat, gelesen und vermutlich mit eigenen Erinnerungen abgeglichen. Aber bei computerhistorischen Anekdoten bleibt der Autor erfreulicherweise nicht stehen, lobt Ludwig, der kenntnisreich Vorformen des heutigen Internets beschrieben findet und wichtige Begriffe wie "Informationsfreiheit" oder "Netzneutralität", die heute die internetpolitischen Debatten bestimmen, mit wünschenswerter Präzision geklärt sieht. Zwei Schwächen allerdings hat das Buch für den Rezensenten: er stört sich am mitunter allzu heftig hervorbrechenden "Furor", mit dem Stöcker gegen Beschneidung der Freiheit im Netz anschreibt. Und den Titel findet der Rezensent auch denkbar schlecht gewählt, weil damit, wie er glaubt, die Leser, auf die das Buch zielt, abgeschreckt werden.
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