Als erfolgreiche Fernsehmoderatorin wird sie häufig für Marketing-Events gebucht. Diesmal soll sie gleich einen ganzen Monat für die Präsentation eines luxuriösen Sportwagens zur Verfügung stehen. Autos haben sie nie interessiert, doch die Aussicht ist verlockend: Das neue Modell wird auf der ehemaligen Formel 1-Rennstrecke im portugiesischen Estoril den Vertragshändlern aus der ganzen Welt vorgeführt. Sie akzeptiert. Und damit beginnt ein Sturz in die Katakomben des Big Business - dorthin, wo sich die Grenzen von Geld, Gier, echten Gefühlen und glitzernden Oberflächen verwischen. Denn im Zentrum wirtschaftlicher Macht gelten eigene Gesetze.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2013
Der Titel von Christiane Neudeckers neuem Roman "Boxenstopp" mag etwas reißerisch klingen, erklärt Meike Fessmann, aber dahinter verbirgt sich ein überaus gelungenes Buch über ein ernstes Thema, das viel Feingefühls bedarf: männlicher Machtmissbrauch. Die junge Ich-Erzählerin ist Moderatorin, zu Beginn des Romans ist der Missbrauch schon geschehen, berichtet die Rezensentin, sie hat aber noch immer "keinen Boden unter den Füßen". Der Vorsitzende eines Autokonzerns hatte sich die Erzählerin kaufen wollen, sie hat dankend abgelehnt und prompt ihre berufliche Existenz verloren, fasst Fessmann zusammen. Auch wenn die Rezensentin reichlich Gründe findet, Neudeckers Stil zu loben, am meisten hat sie ihre Fähigkeit beeindruckt, die Ambivalenz von Macht darzustellen, die "ekelhafte Selbstgefälligkeit ebenso wie die Energie, die sie zu haben scheint, weil sich alle nach ihr richten", erklärt sie.
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