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Peter Carey

Das schnellste Rennen ihres Lebens

Roman
Cover: Das schnellste Rennen ihres Lebens
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019
ISBN 9783103973792
Gebunden, 464 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié. Australien, 1954: Irene Bobs liebt schnelle Rennen. Ihr Ehemann ist der beste Autoverkäufer im Südosten. Gemeinsam wollen sie am Redex Reliability Trial teilnehmen, dem härtesten Autorennen Australiens. Über 10.000 Meilen rund um den Fünften Kontinent - eine Route, die kaum ein Wagen überlebt. Begleitet werden sie von Willi Bachhuber, einem unergründlichen schlacksigen Blondschopf mit einem Faible für Kartographie. Zielsicher navigiert er sie über kreuzende Flussläufe, unwegsame Pfade und gefährliche Abkürzungen durch das Outback - und bringt sie doch vom geplanten Weg ab. Weg von dem weißen Australien, und hin zum Ursprung des Landes und den vergessenen Aboriginies.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2019

Rezensentin Sylvia Staude kann nur hoffen, dass Peter Carey nach diesem gelungenen Versuch künftig weiter über den Genozid an den Aborigines in seiner australischen Heimat schreiben wird. Der vorliegende Roman ist für sie nämlich nur teilweise ein kurioses Roadmovie anlässlich eines Autorennens durchs Outback, Dreiecksgeschichte und Abenteuergeschichte, zum anderen aber legt der Autor damit laut Staude eine spöttische, andeutungsreiche Geschichte der Diskriminierung der Aborigines vor, von Carey penibel recherchiert und gewissenhaft erzählt, so Staude.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2019

Rezensent Martin Halter wird nicht glücklich mit Peter Careys Geschichte eines waghalsigen Autorennens durchs Outback, das den Leser zur Geschichte Australiens und der Tragödie seiner Ureinwohner führen soll. Zwar bietet der Autor laut Halter durchaus erzählerische Klasse, wenn er von den Mythen der Aborigines und ihrem kreativen Widerstand berichtet und verzichtet dankenswerterweise auf moralische Belehrungen. Die "gemütlich-humorvolle" Renngeschichte will aber partout nicht zum Drama der australischen Ureinwohner passen, findet der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 01.08.2019

Reines Lesevergnügen ist Peter Careys neuer Roman für den Rezensenten Johannes Kaiser, dramatisch, unterhaltsam und mit überzeugenden Figuren. Der politische Hintergrund um das Schicksal der Aborigines und die Stolen Generation dieser in den 1950ern spielenden Geschichte, die den Leser mitnimmt zu Australiens härtestem Autorennen, scheint Kaiser zwar nicht zu entgehen, ihn locken allerdings eher das als Erzählerduo fungierende kuriose Rennteam, sein Navigator mit Aborigine-Wurzeln und das schiere Abenteuer der Rallye.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.07.2019

Rezensent Christoph Schröder schätzt den australischen Autor Peter Carey für den hintergründigen Witz, die elegante Sprache und den "historisch-politischen Anspruch" seiner Romane. Entsprechend begeistert nimmt der Kritiker den neuen, nun auch auf Deutsch vorliegenden Roman des Autors zur Hand, der ihm die Geschichte des Autonarren Titch erzählt, der mit seiner Familie in einer australischen Kleinstadt lebt. Titch plant, an einem Redex-Rennen teilzunehmen und sich dafür mit Frau und dem kauzigen Nachbarn Willie Bachhuber auf einen Roadtrip begibt. Jener Bachhuber, laut Kritiker die eigentliche Hauptfigur des Romans, bildet sich ein, Sohn eines deutschstämmigen Pfarrers zu sein, wurde aber als Aborigine geboren und wird aufgrund dessen im Verlauf des Romans immer wieder mit den noch immer gegenwärtigen rassistischen Strukturen in Australien konfrontiert, resümiert der Rezensent. Wie Carey mit viel Zeit für seine Figuren, Situationskomik und Ernsthaftigkeit erzählt, hat Schröder gut gefallen.
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