Seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert veränderte sich die rassistische Ideologie mit den gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen sie reproduziert wurde. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus tauchte sie in der Bundesrepublik in den Debatten um die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte als "Rassismus ohne Rassen" wieder auf. In den politischen Auseinandersetzungen um Einwanderung, multikulturelle Gesellschaft und Asyl entwickelte sich in den achtziger Jahren eine neue Form dieser Ideologie. Seither scheint "Kultur" erblich zu sein und "kulturelle Differenz" bestimmt offenbar das Ausmaß der wesentlichen öffentlich diskutierten Probleme.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.06.2003
Christine Morgensterns Studie zum politischen Diskurs der Einwanderung in Deutschland hat Rezensent Jens Kastner vollauf überzeugt. Neben einer "ausführlichen Analyse" der Bundestagsdebatten zum Thema zeichnet die Autorin die Entstehung des modernen Rassismus in Deutschland nach, berichtet Kastner. Im theoretischen Teil der Arbeit bestimmt Morgenstern laut Kastner den Rassismus als "ideologische Formation", die durch die Verknüpfung von Wissen und gesellschaftlicher Macht entstehe und rassistische Phänomene erklären könne. Werden in diskursmächtigen Bereichen wie dem Bundestag die Fremden als minderwertig, bedrohlich oder lästig bezeichnet, so können diese Konstruktionen über die Ideologie Eingang leicht in den Alltagsverstand finden, erklärt Kastner. Morgenstern theoretischer Ansatz aus den Disziplinen der kritischen Diskursanalyse und der materialistischen Staats- und Rassismustheorie scheint Kastner bestens für die Analyse des Rassismus geeignet.
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