Die Gnosis ("Erkenntnis") gehört zu den faszinierendsten Erscheinungen der Religionsgeschichte. Direkte Parallelen zur modernen Esoterik haben in letzter Zeit das Interesse an dieser Religionsform stark anwachsen lassen. Mit diesem Buch liegt nach langer Zeit wieder eine aktuelle Gesamtdarstellung zur Gnosis in deutscher Sprache vor.
Erfreulich findet es Robert Leicht, dass sich der Autor eines Themas annimmt, über das Genaueres zu erfahren ziemlich schwierig ist. In seiner Kurzkritik lobt er das Buch dafür, "Neugier" zu wecken und dann in einem kurzen Abriss der Forschung und anhand einer Untersuchung "gnosiskritischere" und gnosisnaher Quellen Licht in das Dunkel zu werfen. Besonders lobenswert erscheint dem Rezensenten, dass sich der Theologe nicht dazu hinreißen lässt, "Ketzerhüte zu verteilen", und er erwartet freudig die vom Autor versprochene "Gesamtdarstellung" über die Gnosis, die noch folgen soll.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2001
Schmale Einführungsbände über ein wissenschaftliches Thema üben auf Roland Kany eine ungeheure Faszination aus, versprechen sie doch dem Leser, ein komplexes Problem schnell und einfach zu vermitteln. So auch die Bücher, die der Rezensent über die Gnosis gelesen hat, die allerdings in unterschiedlichem Maß der Anforderung gerecht werden, in Kürze präzise das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Sehr angetan ist Kany von Christoph Markschies kleinem Band, "Die Gnosis". Gnosis ist ein sehr unklarer Begriff und ein dunkles Phänomen. Darüber lassen sich, hat der Rezensent erkannt, keine klaren Aussagen treffen, aber immerhin hat ihm die Lektüre verdeutlicht, wie wenig man weiß und wo die Hypothesen anfangen. Nur so viel: Recht nachvollziehbar findet er die Vermutung des Autors, dass die Gnosis im frühen zweiten Jahrhundert in den Bildungsmetropolen der Antike entstanden ist. Halbgebildete Christen hatten hier wohl versucht, ihre Religion zu mythologisieren, um so mit den anderen Religionen konkurrieren zu können, berichtet Kany.
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