Wussten Sie, dass ein japanischer Handelsvertreter an einem erfolgreichen Arbeitstag bis zu 50 Mal die Hausschuhe wechseln muss? Dass er mit diesen Hausschuhen aber nicht aufs Klo seiner Gastgeber darf? Und dass - sollte er in Strümpfen auf den Kacheln zu Schaden kommen - japanische Rettungssanitäter vor der Wohnung erst die Schuhe ausziehen werden, bevor sie zur Wiederbelebung ansetzen? Weitere witzige oder haarsträubende Sitten, Vorschriften, Verbote und Erscheinungen der japanischen Welt finden Sie in diesem Erlebnisbericht eines in Japan lebenden und leidenden Deutschen.
Detlef Kuhlbrodt ist skeptisch, was die Aussagekraft und den Informationsgehalt von Christoph Neumanns Buch über die Absonderlichkeiten des japanischen Alltagslebens angeht, auch wenn es einiges Interessante in dem Buch zu erfahren gibt. Zwar glaubt er, dass der fremde Blick auf eine Kultur durchaus produktiv sein kann, wenn daraus ein "Spannungsfeld von partiellem Nichtverstehen und Vieles-besser-Erkennen" entsteht. Doch bei Christoph Neumann geht dieses Konzept für den Rezensenten nicht ganz auf. Das liegt vor allem an dem deutschen Rezeptionszusammenhang. Der in Japan lebende Neumann kommentiert dort mit Erfolg das japanische Alltagsleben, unter anderem in Takeshi Kitanos Fernsehsendung. Vor diesem kulturellen Hintergrund macht Neumanns "satirische Kritik der herrschenden Alltagsverhältnisse aus Sicht einer Minderheitsposition" auch durchaus Sinn, bemerkt Kuhlbrodt. Doch hierzulande bekomme diese Kritik einen anderen Beigeschmack: "Dem japanischen Irrsinn stellt sie die europäische Vernunft Gegenüber." Auch wird Kuhlbrodt zu viel "über die beliebte Schiene von 'echt' und 'unecht' oder 'künstlich' kritisiert", und das ist ja nun wirklich kein besonders origineller Blickwinkel. Vor diesem Hintergrund kommt der Rezensent zu dem schlichten Resümee: "Die pauschale Rede von 'den Japanern' nervt doch sehr."
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