Schön sein, schlau sein, frei werden. So weit der Plan. Aber Kilian schafft es nur bis zur nächsten Toilette. Vollstopfen, auskotzen, alles vergessen. Den Zivildienst, die Sehnsucht, die Angst. Stattdessen Tauchgänge, Tag für Tag. Bis die Luft wegbleibt und Kilian im Krankenhaus aufwacht. Charlotte ahnt nichts von der Notlage ihres besten Freundes. Bei ihr läuft alles nach Plan. Schon im ersten Semester hat sie Zugang zu Hamburgs besten Kreisen gefunden und führt ein schnelles, schönes Leben. Aber etwas fehlt. Als sie von Kilians Bulimie erfährt, nutzt Charlotte die Chance zur Auszeit und eilt ihm zu Hilfe. Gemeinsam brechen die Freunde auf zu einer Insel. Weit weg von den alten Geschichten. Weit genug für einen neuen Anfang? "Tauchertage" erzählt die Geschichte einer Jugend zwischen Anpassung und Aufbegehren, die Geschichte zweier Suchender, die nicht wissen, ob alles gerade erst anfängt oder schon lange gelaufen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2008
Die Sache mit der Aktualitätsprosa betrachtet Jan Wiele als erledigt. Der plakative Archivismus, das Labeldropping und der "Welteroberergestus" der Zwanzigjährigen in diesem Buch gehen ihm darum rasch auf die Nerven. Dafür dass ihm Christoph Steiers Debütroman dennoch einen gewissen Respekt abnötigt, sorgen effizient und sprachlich originell erzählte Innenansichten des bulimischen Protagonisten und seines Leidens. Eine gesellschaftlich brisante Problematik immerhin, findet Wiele.
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