Mit der deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg ging auch eine geteilte Rezeption Friedrich Nietzsches einher. In Ost und West hatte man auf je eigene Weise Probleme mit dem unbequemen Denker, der durch die nationalsozialistische Werkexegese zusätzlich gelitten hatte. Matthias Steinbach hat dem DDR-Verhältnis zu Nietzsche nachgespürt und entwirft so einerseits ein auch autobiografisch untersetztes zeithistorisches Panorama, andererseits gelingt ihm ein spannender Blick auf den Umgang mit Philosophie und ihren Protagonisten überhaupt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2021
Rezensent Elmar Schenkel erfährt vom Historiker Matthias Steinbach, wie man in der DDR mit Nietzsche umsprang. Materialreich und "flott" der Chronologie der Ereignisse folgend nähert sich der Autor laut Schenkel der Beschäftigung mit dem Philosophen an Orten wie Naumburg, Leipzig, Weimar, durch Theologen (Schorlemmer), pilgernde Wessis (die Eheleute Jens), die Stasi und erbitterte Gegner (Wolfgang Harich). Das ist für Schenkel mitunter "mühsame Aktenlektüre", aufgelockert immerhin durch Interviews. Ein dennoch aufschlussreiches Buch, findet der Rezensent, das anhand seines Themas zudem den Ost-West-Konflikt abbildet.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…