Die amerikanische Geschichte ist eng mit der deutschen Geschichte verwoben. Seit den Anfängen der Besiedlung im 16. Jahrhundert fanden über sieben Millionen Deutsche in den USA eine neue Heimat. Amerikaner deutscher Herkunft bilden noch heute die größte Volksgruppe in den Vereinigten Staaten. Die Spuren deutscher Auswanderer lassen sich bis in die Gegenwart zurückverfolgen. Wir sprechen heute vom "american way of life" und meinen Ikonen der Massenkultur, die einst nicht zuletzt von deutschen Pionieren entwickelt wurden. Wir reden von Blue Jeans, Micky Maus und McDonald's - doch wer weiß schon, wie das Hamburger Steak von der Alster an den Hudson River kam? Wer die Traumfabrik Hollywood in Gang setzte? Wer in Millionen von Menschen den Wunsch nach blauen Baumwollhosen weckte? In acht repräsentativen biografischen Erzählungen wird ein Panorama deutsch-amerikanischer Geschichte ausgebreitet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2004
Es sei wohl, gibt Paul Nolte zu, etwas dran an der These der immer größeren kulturellen Kluft zwischen Amerika und Europa, doch müsse das nicht heißen, "die gemeinsamen Wurzeln in der Vergangenheit zu leugnen". Diesen - genauer gesagt: "dem prägenden Einfluss deutscher Kultur auf die Vereinigten Staaten" - habe sich der "unterhaltsam-anschauliche" und größtenteils auch sehr fundierte Band Christoph von Schencks verschrieben. Besonders lobend verweist Nolte auf das Organisationsprinzip des Buches: Jedes Kapitel ist einem zentralen Thema der amerikanischen Geschichte gewidmet und eröffnet mit einer exemplarischen Biografie eines Deutschen, ohne allzu eng an dieser entlanggeführt zu werden. "So weiten sich", schreibt der Rezensent, "das Porträt des Generals von Steuben zu einer Skizze des Unabhängigkeitskrieges" und die Migrationsgeschichte des Achtundvierziger-Revolutionärs Carl Schurz "zu einem Umriss von Sklaverei, Bürgerkrieg und Demokratie in der Zeit Lincolns". Die Hauptthese des Buches - "Amerika sei im Kern eine angelsächsisch-deutsche Nation" - werde dabei nicht zu Legendenbildung benutzt. Noltes Fazit: Trotz einiger Mängel (kleines Bildformat, sachliche Ungenauigkeiten, fragwürdiges Sepia-Design) ein sehr empfehlenswertes Buch - und ein gelungener Auftakt zu Schencks Verlagsprogramm.
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