Herausgegeben von Marga Voigt. Der Band ist der erste einer dreibändigen Ausgabe mit den politischen Briefen, die Clara Zetkin zwischen August 1914 und ihrem Tod 1933 schrieb. In ihnen spiegeln sich ihre Entfremdung von der kriegsbefürwortenden SPD-Führung und ihre schrittweise Ausstoßung aus der Partei, deren Gesicht sie mehr als zwei Jahrzehnte mitprägte.
Der Kriegsbriefe-Band enthält 168 Briefe, 27 Postkarten, Telegramme bzw. deren Entwürfe und/oder Notizen. Davon sind 149 Erstveröffentlichungen - nur 46 Zetkin Briefe wurden im vollen Wortlaut zuvor veröffentlicht. Ergänzt wird die Briefsammlung durch die Dokumentation einer völlig vergessenen Debatte in der USPD über die Herrschaft der Bolschewiki im Sommer und Herbst 1918 in der von Rudolf Breitscheid herausgegebenen Korrespondenz "Sozialistische Auslandspolitik" mit Beiträgen von Karl Kautsky, Juli Martow, Rudolf Breitscheid, Heinrich Ströbel, Wilhelm Düwell, Alfred Henke, Alexander Stein, Eduard Bernstein, A. Martynoff.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2017
Thomas Schnabel hat die von Marga Voigt herausgegebenen Briefe Clara Zetkins aus den Jahren 1914 bis 1918 mit Gewinn gelesen. Unter den 172 Briefen und 27 Postkarten entdeckt der Kritiker überwiegend unveröffentlichtes Material, erhält Einblicke in politische Urteile und mitunter konspirative Kontakte Zetkins - wenngleich die Korrespondenz durch teilweise verschollene Briefe große Lücken aufweist, so Schnabel. Darüber hinaus erfährt der Kritiker hier Privates aus Zetkins Leben: Neben ihren gesundheitlichen Problemen und der kriegsbedingten Abwesenheit ihres Mannes und ihrer Söhne litt Zetkin auch zunehmend unter ihrer Isolierung in der SPD, informiert der Kritiker. Nicht zuletzt lobt er Jörn Schütrumpfs Essay "Auf dem Wege zu den Bolschewiki", der diesen ebenso instruktiven und "spannenden" ersten Band abschließt.
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