Otto Grotewohl kommt in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung eine Schlüsselposition zu. Der Sozialdemokrat wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Zwangsvereinigung von SPD und KPD mit, obwohl er ein solches Projekt anfangs abgelehnt hatte. Außerdem segnete er die innerparteiliche Verfolgung ehemaliger Sozialdemokraten sowie die Transformation der SED in eine kommunistische Kaderpartei ab. Grotewohls Wandlung vom Kritiker zum Befürworter der Zwangsvereinigung, die zur Beseitigung der SPD in der SBZ/DDR führte, und zum linientreuen Parteisoldaten lässt sich jedoch nur dann verstehen, wenn sein Aufstieg in der Weimarer Republik, seine Erfahrungen in der NS-Zeit sowie sein politisches Handeln nach 1945 eingehend analysiert werden. In Dierk Hoffmanns Biografie werden Zwangslagen und Handlungsspielräume des Politikers, der in der zweiten deutschen Diktatur zum Ministerpräsidenten aufstieg, sein persönliches Versagen und seine politische Verstrickung lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Rezensent Rolf Steininger würdigt Dierk Hoffmanns Biografie Otto Grotewohls als "monumentale Arbeit". Das voluminöse Werk dokumentiert für ihn insbesondere die Bedeutung des einstigen SPD-Politikers und späteren DDR-Ministerpräsidenten als Wegbereiter der SED-Diktatur. Lobend hebt er Hoffmanns detaillierte Auseinandersetzung mit Grotewohls Rolle bei der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED 1946 hervor und bezeichnet den Politiker als "Totengräber der SPD" in der Sowjetischen Besatzungszone. Deutlich wird für ihn, wie bei Grotewohl "persönliches Versagen, politische Verstrickung und Opportunismus" zusammenkamen. Hoffmanns Buch gibt freilich nicht nur Auskunft über Leben und Karriere Grotewohls, man kann nach Einschätzung Steiningers dabei auch eine Menge über das Funktionieren der DDR-Diktatur lernen.
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