Die Hoffnung auf eine bessere Welt hat die Arbeiterklasse und ihre politische Partei oft über das Elend der Gegenwart hinweggetragen. Diese Geschichte, traurig und schön zugleich, erzählt die Historikerin Brigitte Seebacher von ihren Anfängen an, bevor der Weg zur Reform- und Regierungspartei nachgezeichnet wird. Ein neues Licht wirft die Autorin auf das Herzstück der sozialliberalen Koalition: die Ost- und Deutschlandpolitik. War sie von Beginn an mit Ideen unterlegt, die sich nicht vertrugen? Was wollte Willy Brandt, und welche Vorgaben machte Herbert Wehner? Hatte Helmut Schmidt eigene Vorstellungen? Am Ende steht die Frage nach der Zukunft einer Bewegung, die nicht nur in Deutschland, sondern europaweit großen Herausforderungen gegenübersteht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2023
Rezensent Tanjev Schultz ist nicht überzeugt von diesem monumentalen Werk von Brigitte Seebacher, der letzten Ehefrau Willy Brandts, in dem diese das Scheitern des SPD vor Augen führen will. Vieles ist hier nicht gut ausgeführt, ärgert sich Schultz: Zwar baut Seebacher interessante Einzelheiten aus der Historie der SPD ein, ihre Analysen bleiben jedoch oberflächlich und pauschal, so der Kritiker. Die jüngeren politischen Ereignisse beziehe Seebacher gar nicht mit ein, dafür würden die üblichen Akteure, wie Gerhard Schröder, Rudolf Scharping oder Oskar Lafontaine "abgewatscht". Natürlich ist die Frage nach der Zukunft der Sozialdemokratie dringend, bestätigt Schultz, man muss sich ihr aber mit mehr Feingefühl und Expertise nähern, als Seebacher es hier tut, schließt Schultz.
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