Clemens Escher

"Deutschland, Deutschland, Du mein Alles!"

Die Deutschen auf der Suche nach ihrer Nationalhymne 1949-1952
Cover: "Deutschland, Deutschland, Du mein Alles!"
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2017
ISBN 9783506787156
Gebunden, 364 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Vor 175 Jahren schrieb Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland das Deutschlandlied - heute die deutsche Nationalhymne. Die Bonner Republik hatte zunächst keine eigene Hymne. Dies wurde besonders augenfällig, als mit zunehmender staatlicher Selbstständigkeit sich vermehrt offizielle Kontakte zum Ausland ergaben. Waschkörbe voller Anregungen wurden in den Jahren 1949-1952 nach Bonn geschickt. Diese zahlreichen Vorschläge lassen einen Blick in die verwundete deutsche Nachkriegsseele zu. Clemens Escher hat die damaligen Zuschriften und die Debatten um sie aufgearbeitet. Sein Buch liefert überraschende Einsichten in Kontinuitäten und Umbrüche des deutschen Selbstverständnisses - nicht zuletzt auf die Sehnsuchtslandschaften, wie man sich - im Liede ausgedrückt - "sein" Deutschland wünschte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.08.2017

Stephan Speicher liest Clemens Eschers aus einer Dissertation entstandenes Buch mit Interesse. Die Sorge der Deutschen um eine passende Nationalhymne, wie sie sich nach dem Krieg in Hunderten Bürger-Briefen an den Bundespräsidenten und die Regierung niederschlug und die der Autor hier dokumentiert, findet er höchst spannend, zeigt sie ihm doch die unterschiedlichen Umgangsweisen mit Krieg und Holocaust. Oft unfreiwillig komisch, doch stets aufschlussreich scheinen Speicher die Texte um Treue, die deutsche Frau und die deutsche Schuld. Die Antworten von Heuss findet er nicht minder lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2017

Rainer Blasius findet Clemens Eschers Studie über die Suche der Deutschen nach ihrer Nationalhymne gediegen. Dass der Autor all die im Bundesarchiv aufbewahrten, teils antisemitisch geprägten Vorschläge, die damals in Bonn eingingen, akribisch durchforstet, scheint ihm anerkennenswert. Eschers Schwerpunkte sind laut Blasius unter anderem Begriffspaare wie "Gotteslob und Nationalismus" oder "Antikommunismus und Wiederbewaffnung". Durch die Untersuchung des Autors erkennt der Rezensent, wie die Deutschen mit ihren Anregungen zur Hymne das Panorama einer vergangenen heilen Welt heraufbeschworen.

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