Aus dem Niederländischen von Barbara Heller. In sieben Jahren begegnet eine junge Studentin sieben Männern: dem Astrologen, dem Epileptiker, dem Philosophen, dem Priester, dem Physiker, dem Künstler und dem Psychiater. Sie begehrt an diesen Männern vor allem das Wissen, das sie befähigt, die Welt zu beurteilen. Sie versucht die Gesetze, die sie sich für ihr Leben gewählt haben, zu ergründen, sucht nach dem, was Halt in einer unsicheren Welt geben kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2025
Rezensent Jan Wiele feiert die inzwischen siebzigjährige, niederländische Schriftstellerin Connie Palmen, nachdem ihr auf Deutsch bereits 1993 erschienenes Debüt nun wieder aufgelegt wird. Darin erzählt die Ich-Erzählerin in bewusst rekurrierender Struktur von sieben unterschiedlichen, auf sieben Jahre aufgeteilten Liebesbeziehungen, darunter mit einem Epileptiker, Philosophen und Physiker. Damals wurde der Text aufgrund seiner Formelhaftigkeit und seiner Tendenz zum etwas schwerfälligen Philosophieren kritisiert (zum Bestseller wurde er aber trotzdem, erinnert Wiele), heute kann der Kritiker ihm wesentlich mehr abgewinnen. Er liest den Text nicht nur als unterhaltsames Dokument der Achtziger Jahre, sondern sieht ihn rückblickend als Keimzelle des folgenden, produktiven Schaffens der Autorin, die sich wiederholt mit den komplexen Liebschaften zu Intellektuellen beschäftigt hat. Der abgeklärt-lässige Ton erinnert den Kritiker zudem angenehm an die Texte von Patti Smith.
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