Aus dem Französischen von Yla M. von Dach. Er ist ICH. Er ist Bildhauer und seine Frau, die sinnliche, seine Sinne betörende S, ist ein Meer. Ein Meer, das ihn als Liebenden manchmal zu verschlingen droht. Ein Kind haben die beiden auch, einen Chnopf, und im Verlauf des Buches kommt ein zweites zur Welt, Chnopfzwo. Bei dessen Geburt verliert der Vater angesichts der entfesselten Naturgewalten vollends den Boden unter den Füßen, denen ganz grundsätzlich etwas fehlt, damit sie so richtig fest auftreten könnten: Diese Etwas ist der PREIS, den ICH sich als Bildhauer von Jahr zu Jahr erhofft, und der ihm nicht zugesprochen wird.
Die aufopfernde Güte von S, die der Familie die materielle Lebensgrundlage sichert, kann ICH nicht davor bewahren, sich in den Abgründen, aber auch in den Höhenflügen der schöpferischen Arbeit zu verlieren, hin- und hergerissen zwischen kreativem Impetus und Verzweiflung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2019
Rezensent Roman Bucheli bedauert, dass Antoinette Rychner ihren Künstlerroman hat zu Ende schreiben können. Hätte die Autorin nach einer für Bucheli sinnvollen Allegorie über den künstlerischen Schaffensprozess des Bildhauers und seiner Kontrastierung durch die bildreiche Schilderung einer echten Geburt zu einem irgendwie abgründigen Schluss gefunden, der Rezensent wäre zufrieden gewesen. Dass Rychner den Ton ihrer Erzählung ins Parodistische kippen lässt und den Text auf ein Happy End trimmt, nimmt der Geschichte laut Bucheli den Reiz. Als skurrile Reflexion über die Bedingungen künstlerischen Schaffens taugt das Buch aber dennoch, meint er.
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