Courtney Love

Dirty Blonde

Die Tagebücher
Cover: Dirty Blonde
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2007
ISBN 9783462037517
Gebunden, 320 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Courtney Love ist Courtney Love. Kompromisslos lebt sie ein Leben unter ständiger Beobachtung durch Presse und Fans. Dabei sind es noch nicht mal immer die eigenen. Als ihr Mann Kurt Cobain sich 1994 mit einer Schrotflinte in den Kopf schoss, wurde sie von vielen dafür verantwortlich gemacht. Sie war die Frau, "die alle sterben sehen wollen", wie damals SPEX schrieb. Noch im gleichen Jahr brachte sie "Live Through This" heraus, das zu den einflussreichsten Alben der 90er-Jahre zählt - ihr Durchbruch als Musikerin, bis Drogenprobleme und ihre große Klappe sie wieder in die Schlagzeilen brachten. Wenn auf der einen Seite Skandale und Prozesse standen, so sorgten auf der anderen Seite neben der Musik ihre hoch gelobten Auftritte als Schauspielerin (u.a. in "Larry Flynn") für Anerkennung. Doch bis heute wollen die kritischen Stimmen nicht verstummen. Damit gehört Courtney Love zu den bedeutendsten und umstrittensten Musikerinnen der Rockgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2007

"Allenfalls herumblättern" kann man, Frank Schäfer nach zu urteilen, in Courtney Loves Tagebüchern "Dirty Blonde". Ihre nur lückenhaft dargestellte Biografie stört den Rezensenten ebenso sehr wie diese "typische wolkig- absurde Kleinmädchenpoetologie". "Interessant" findet er höchstens einige Dokumente, die einem Aufschluss über ihre Zeit in einem Erziehungsheim geben können. Wer hier etwas über "...?" erfahren will, "hat es verdient, enttäuscht zu werden", schreibt Schäfer und muss alle eingefleischten Kurt-Cobain-Fans mit einer "hübschen" Fotoserie des Ehepaars von Michael Lavine trösten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.08.2007

In einer sehr schönen Gegenüberstellung vergleicht Konrad Heidkamp zwei Bücher, in denen die Geschichten von Billie Holiday und Courtney Love erzählt wird, die sich frappierend gleichen: Denn in der Rockhistorie mag es ein weiter Weg von den "Schlag-mich-ich-liebe-dich-Sängerin" Billie Holiday und dem Riot-Grrrl Courtney Love gewesen sei, schreibt Heidkamp, doch ihre Geschichte ist gleich: Von der Mutter ins Heim weggeben, im Heim aufgewachsen, immer an die falschen Männer geraten, von der Nadel nicht weggekommen, haben beide eine ganz eigene Mischung aus "Gefühl und Härte" entwickelt, aus Verletzlichkeit und Arroganz". Und obwohl auch die beiden Bücher ganz unterschiedlich daherkommen, entdeckt Heidkamp wieder erstaunliche Parallelen: Julia Blackburn versammelt in ihrer Biografie über Billie Holiday etliche sich widersprechende, überlappende  Stimmen von außen, in Courtney Loves Tagebüchern gibt es ebenso viele Dissonanzen, die allerdings aus ihrem eigenen Kopf stammen. Ach, auch das muss gesagt sein: In keinem der beiden Bücher geht es um Musik.

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