Viv Albertine

A Typical Girl

Ein Memoir
Cover: A Typical Girl
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518466759
Kartoniert, 478 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Conny Lösch. London, Mitte der Siebziger. Die Popkultur wird neu erfunden, in der revolutionären Ursuppe des Punk scheint alles möglich. Aber gilt das auch für Frauen? Gibt es außer Groupie, Elfe oder Rockröhre noch andere Rollen? Besteht vielleicht zum ersten Mal die Chance, mit allen Typical-Girl-Klischees aufzuräumen, statt selber eins zu werden? Viv Albertine wurde zum Riot Girl, lange bevor es diesen Ausdruck gab. Bei den legendären Flowers of Romance kreierte sie neben Sid Vicious (später Sex Pistols) und Keith Levene (später PIL) ihren individuellen Gitarrensound. Um dann mit den Slits, der ersten autonomen Frauenpunkband, die Türen aufzustoßen, durch die später Madonna oder Lady Gaga eigene Wege gehen konnten. Wie die Punkszene entstand, wie sie aus weiblicher Sicht erlebt und feministisch neu erfunden wurde und welche Rückschläge es dabei gab, schildert Viv Albertine in ihrem Memoir.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 11.06.2016

Viv Albertine war eine Punk-Musikerin der ersten Stunde, weiß Michael Pilz. Weil sie, nach eigener Aussage, "pleite und bescheuert" ist, hat sie jetzt ihre Autobiografie geschrieben, verrät der Rezensent. Man kann "A Typical Girl" in zwei Abschnitte unterteilen, erklärt Pilz: die Punk und Musikphase mit ihrer Band The Slits, in der sich die Anekdoten mit bekannten Namen wie den Sex Pistols oder The Clash häufen, und, nach der Trennung der Band, Liebe, Beziehung und Mutterschaft in bester Spießbürgerlicher Manier, fasst der Rezensent zusammen. In beidem, Punk und Eigenheim, war Albertine gleichermaßen kompromisslos, so Pilz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.06.2016

Meredith Haaf ist begeistert von Viv Albertines Biografie. Das Buch ist ganz anders als andere Musikerinnenbiografien, versichert Haaf. Jede Frau sollte es lesen, meint sie. Warum? Weil Albertine, die sich irgendwo "zwischen Pippi Langstrumpf und Jugendknast" einordnet, nicht nur (aber auch, und wie) Berühmtheiten trifft und Anekdoten erzählt, sondern auch schön assoziativ und sehr persönlich von ihrem Leben als Punk-Gitarristin berichtet und kluge Gedanken zur Erweckung durch Musik, zum Stardasein als Frau und zur sexuellen Befreiung einflicht. Geschrieben ist das alles laut Haaf mit charmanter Beiläufigkeit und durchaus hämisch. Und wenn der Punk schließlich vorbei und Albertine Hausfrau ist, scheint die Erkenntnis, dass nichts so wichtig im Leben ist wie Bindung und Befreiung der Rezensentin so wahr wie nie.

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