Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Zwei Kinder, zwei Geschichten und eine wunderbare Freundschaft: Nur ein Vorhang trennt Rifka und Moritz. Sie können sich nicht sehen, aber sie erzählen sich von ihrem Leben, ihren Wünschen und ihren Träumen in dem gemeinsamen Krankenzimmer, in dem sie liegen. Moritz traut sich, von seiner Schüchternheit zu berichten und Rifka verrät ihm ein Geheimnis. Sie erzählt ihm von der Nordwindhexe, die sie mit ihrem kalten Atem verzaubert. "Die Nordwindhexe" ist ein Wendebuch - aus zwei Perspektiven erzählt und aus zwei Richtungen zu lesen. Eine poetische und einfühlsame Auseinandersetzung mit Freundschaft, Angst und Verlust. Ausgezeichnet mit dem Silbernen Griffel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2007
Nach Meinung der Rezensentin Andrea Lüthi hat der holländische Autor Daan Remmerts de Vries einen "traurigen Roman" geschrieben, der aber dennoch "Mut macht". Dabei geht es nicht nur um den Tod, der im Mittelpunkt steht, obwohl der nahende Tod der einen Protagonistin "nie explizit zur Sprache kommt". Doch auch die Probleme, die Kinder mit einer Trennung der Eltern haben können, werden behandelt. Lüthi gefallen die Symbole, die der Autor für das Thema gewählt hat, "verblühte Kaktusblüten oder Uhren" gehören beispielsweise zu seiner Metaphorik. Auch dramaturgisch findet sie das Buch sehr clever, das "Wendebuch" gewährt dem Leser immer gleich zwei Perspektiven: die der "einfallsreichen Rifka" und die des "verträumten Moritz", die in einem Krankenhaus im selben Zimmer liegen, aber durch einen Vorhang getrennt sind.
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