Aus dem Rumänischen von Aranca Munteanu. Mit einem Vorwort von Horia Garbea.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2006
Eine furiose und aberwitzige Abrechnung mit dem Ceausescu-Regime sieht Richard Wagner in diesem Prosadebüt des rumänischen Lyrikers. Banulescu wühlt sich durch den phrasenerstarrten "ideologischen Wortmüll der 80er Jahre", als wollte er im Nachhinein den Teufel austreiben, meint der Rezensent und glaubt gerade darin vertraute Bezüge zur rumänischen Literaturmoderne der Zwischenkriegszeit zu entdecken: So etwa zu den "von der Mechanik der Sprache gesteuerten Protagonisten" eines Urmuz oder Grigore Cugler, deren groteske und blasphemische Überzeichnungen nichts anderes als ein "Ausdruck der Verzweiflung" gewesen seien. Zugleich ist dies für Wagner auch ein Bukarestroman, der seinen Sprachwitz und seine Bedeutungen aus dem Vorstadtslang und urbanen Mythen schöpft und eben deshalb für Außenstehende teils schwer verständlich ist. Daran, so Wagner, kann auch die versierte und kenntnisreiche Übersetzung von Aranca Munteanu wenig ändern - für "hartgesottene Anhänger der Ost-Postmoderne" freilich dürfte die Lektüre dennoch ein großes Vergnügen sein, so der Rezensent.
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