Patrick McGuiness

Die Abschaffung des Zufalls

Roman
Cover: Die Abschaffung des Zufalls
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2012
ISBN 9783552055803
Gebunden, 445 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Ein englischer Student begibt sich wenige Monate vor dem Sturz des Diktators Ceausescu ins kommunistische Rumänien, um an der Universität in Bukarest eine Stelle anzutreten, für die er sich nie beworben hat. Sein Mentor Leo O'Heix, ein zynischer Dandy, Philologe und König des Schwarzmarktes, führt ihn durch das Labyrinth einer absurden, doppelbödigen Stadt, in der jeder jeden bespitzelt und wo die einen hungern, während die anderen einem perversen Luxus frönen. Patrick McGuinness erzählt in seinem Roman vom ungeheuerlichen Leben der Menschen in den letzten Tagen einer Diktatur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2012

Nicht so ganz überzeugt scheint Nicole Henneberg von diesem Roman von Patrick McGuiness. Zunächst fasziniert vom morbiden Charme Bukarests im Jahre 1989, das der Autor ihr schön schauerromantisch durch die Brille eines englischen Akademikers auf Abenteuersuche ausbreitet, stört sich die Rezensentin schon bald an der Unbestimmtheit und Hohlheit der Figuren. Vielleicht geht der Autor ja etwas zu leichthändig vor, wenn er seinen Erzähler zwischen Ober- und Unterwelt mit immer neuen Täuschungen und der dummen Arroganz der Mächtigen konfrontiert - Figuren, Orte, nichts ist wie es scheint. Verschärfend wirkt für Henneberg eine allzu flüchtige, zuweilen fahrige und unlogische Übersetzung, die auch falsche historische Daten ins Spiel bringt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2012

In der "Abschaffung des Zufalls" spielt Autor Patrick McGuinness dezent mit literarischen Vampirmotiven, wenn er als Protagonisten einen jungen Akademiker im Jahr 1989 nach Rumänien schickt, weiß Jörg Plath. Der Erzähler habe eine Stelle an der Bukarester Universität erhalten, und wird, kaum in Rumänien und an der Universität angekommen, von einem Anglistenkollegen mit der düsteren, surrealen Stadt vertraut gemacht. Der "Seelenführer" stelle sich als umtriebiger Schwarzhändler heraus, der die Minister des Landes mit diversen Gütern versorge. Dissidenten, Stalinisten, Ceausescu-Minister, liberale Kommunisten und sogar die beiden Engländer, niemand sei wirklich, was er zu sein vorgebe, beschreibt Plath gut gelaunr den Plot, hätte sich aber vom Übersetzer Henning Ahrens etwas mehr Sorgfalt und vom Autor McGuinness etwas mehr historische Genauigkeit gewünscht: Milchglasfenster sind nicht von einer Seite durchsichtig (Ahrens), und Honecker sei nicht am 9. November zurückgetreten (McGuinness).

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