Daniel Sturm nimmt die "alte Tante" SPD und ihre Akteure, die der Bundestagswahl im Herbst 2009 entgegenfiebern oder sich vor ihr fürchten, ins Visier. Interne Kämpfe, Richtungsstreit und Generationenwechsel: der Autor schildert die bewegten Jahre seit 1998. Dabei entwirft er ein Bild von der Persönlichkeit und dem politischen Wirken der führenden Politiker und Politikerinnen in der SPD. Als Parlamentskorrespondent und Journalist beobachtet und begleitet er diese schon lange. Er führte Interviews mit Beteiligten sowie mit zahlreichen Zeitzeugen, die sich so bisher noch nicht zu Wort gemeldet haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2009
Das Einzige, was Rezensent Tilman Mayer an der Arbeit von Daniel Friedrich Sturm zu bemängelt hat, ist die Länge: Knapp 500 Seiten SPD-Geschichte sind etwas zu viel für den Rezensenten. Ansonsten ist er sehr angetan vom Buch des 36-jährigen Autors, den er für seine "ätzende Deutlichkeit", sein präzises Wissen und seinen ansprechenden Schreibstil lobt. Darüber hinaus fällt dem Rezensenten auf, dass viele Hintergrundgespräche mit Politikern geführt wurden, welche den Autor zu klaren Aussagen führen. Inhaltlich beginnt das Buch "Wohin geht die SPD?" im Jahr 1998, beim Wahlsieg Gerhard Schröders, und es endet mit einem Ausblick auf verschiedene Bundeswahlszenarien im September 2009. Alles im allem ein sehr gelungenes Buch, so der Rezensent, denn auch wenn der Autor den Sozialdemokraten grundsätzlich positiv gegenübersteht, vergesse er nicht, jene kritisch zu hinterfragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2009
Rezensent Karl-Rudolf Korte äußert sich positiv über Daniel Friedrich Sturm "Wohin geht die SPD?". Er beleuchtet zunächst die schwierige Situation der SPD, die nach zehn Jahren Regierungsverantwortung nicht wirklich in Feierlaune ist. Sturms Buch liefert für ihn hier eine Reihe von erhellenden Antworten. In zehn Kapiteln arbeite der Journalist die Entwicklungsstufen von der "Männerfreundschaft" zwischen Schröder und Lafontaine bis hin zur aktuellen Finanzkrise auf. Korte hebt hierbei die "abgeklärte, ruhige Richtung'" hervor, die Sturms Ausführungen über die SPD haben. Interessant findet er etwa die Deutung, Unzufriedenheit und Larmoyanz gehörten zum traditionellen Habitus der deutschen Sozialdemokratie, die nicht mit Stolz auf die eigenen Leistungen zurückblicken könne. Zwar scheinen ihm manche Argumentationen des Autors "psychologisch-spekulativ". Gleichwohl findet er viele von Sturms Interpretationen schlüssig.
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