Die Geschichte eines Jungen vom Bolzplatz, der eine zweite Chance bekam und sie nutzte. Wie die meisten Jungs, die in seinem Viertel aufwachsen, hat Daniel Keita-Ruel nur einen Traum: Profifußball. Ausverkaufte Stadien, wichtige Tore, teure Autos ... Obwohl es erst so aussieht, als würde ihn sein Weg direkt zum Ziel führen, findet er sich, ein paar falsche Abzweigungen später, im Gefängnis wieder. Schon während seiner Jugend ist er der Beste. Für Borussia Mönchengladbach schießt er Tore wie am Fließband. Doch dann kommt seine Karriere ins Stocken und zurück in Wuppertal beginnt ein dunkles Kapitel. Mit alten Freunden begeht er mehrere Überfälle. Als er im Gefängnis landet, scheint die Sache klar: Das war es mit dem Profifußball. Doch die Zeit hinter Gittern wird zum Wendepunkt für ihn. Er erlebt schreckliche Dinge, trainiert in seiner Zelle, schreibt Briefe mit den Menschen, die zu ihm halten - und er merkt, worauf es wirklich ankommt. Als Freigänger erhält er schließlich eine neue Chance: In der Oberliga beginnt seine zweite Karriere, er spielt jedes Jahr eine Liga höher, schießt immer mehr Tore, und im Sommer 2018 wechselt er - in die Zweite Bundesliga.
Die Autobiografie des Fußballers Daniel Keita-Ruel fängt überraschend gut an, flacht dann aber stark in Klischees ab, findet Rezensent Christoph Schröder. Den ersten Teil des Romans, in dem noch Keita-Ruels Fußballanfänge auf dem Nachbarschafts-Bolzplatz in Wuppertal geschildert werden, hält Schröder trotz der Selbststilisierung zum "anarchischen Instinktkicker" für eine hochinteressante Milieustudie. Wie der Sportler dann aber sein Abdriften in die Kriminalität, seine Selbstfindung im Gefängnis und das anschließende Comeback beschreibt, ist dem Rezensenten zu schönmalerisch und unreflektiert. Er sieht zu viele Klischees bedient: der "unschuldig verführte" Junge, die böse Justiz, "Einer-gegen-alle". Auch sprachlich hat das Buch mit seinem "betont schnoddrigen" Stil wenig zu bieten, meint der deutlich genervte Rezensent.
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