Torsten Körner

"Wir waren Heldinnen"

Wie Frauen den Fußball eroberten
Cover: "Wir waren Heldinnen"
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2025
ISBN 9783462004809
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Torsten Körner nimmt uns in "Wir waren Heldinnen" mit auf eine Zeitreise in die frühen Jahre der Bundesrepublik und entfaltet die faszinierende und teils schier unglaubliche Geschichte der Anfänge des Frauenfußballs. König Fußball regiert die Welt, und der König war stets ein Mann. Jahrzehntelang galt: Frauen gehören an den Herd, nicht auf den Sportplatz. Bei kaum einer Sportart verteidigte die Männerwelt ihr Revier so unerbittlich wie beim Fußball. Bis 1970 war Frauenfußball offiziell in der Bundesrepublik verboten. Doch mutige Pionierinnen ließen sich nicht beirren und spielten trotzdem. Sie setzten sich gegen engstirnige Autoritäten durch, sie eroberten Fußballplätze, selbst wenn man sie davonjagte, mit Steinen bewarf, beschimpfte. Das Buch erzählt die Lebensgeschichten dieser Pionierinnen, die im Fußball ihr größtes Glück fanden und dafür nicht selten familiäre oder private Erfüllung opferten. Mit leidenschaftlicher Hingabe kämpften die ersten Fußballerinnen gegen autoritäre Funktionäre, sexistische Vorurteile und dumpfe Rollenbilder.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2025

Torsten Körner wirft mit diesem Buch ein Schlaglicht auf ein kaum bekanntes Kapitel in der Fußballgeschichte, erkennt Rezensent Thomas Ribi. Denn er erzählt nach, wie Frauen sich nach und nach die Möglichkeit erkämpften, im zunächst rein männerdominierten Fußballsport mitzumischen. Frauenfußball, staunen Leserin und Leser, war nämlich bis 1970 verboten. Also verboten in dem Sinne, dass der DFB Vereine nicht anerkannte, die Frauen Fußball spielen ließen. Das Buch schildert die Entwicklung entlang Dutzender Beispiele, aus denen Ribi sich eines herauspickt, nämlich das Ingrid Marchaks, die in den 1960ern einen Spielerpass beantragte, aufgrund von Nachlässigkeit der Zuständigen auch erhielt und eine Zeit lang Starspielerin eines Provinzclubs war. Später dann ließ der DFB Frauen zu, wodurch die männliche Dominanz gebrochen wurde. Für Kröner ist es das "Ende der 'maskulinen Meistererzählung'", referiert Ribi, der zu keinem Urteil kommt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.05.2025

"Torsten Körner hat es einfach drauf", konstatiert Rezensentin Andrea Gerk gleich zu Anfang ihrer Lobeshymne auf den Journalisten, Dokumentarfilmer und Fernsehkritiker. Mit "Wir waren Heldinnen" stellt er sein Können nun abermals unter Beweis. Anschaulich, unterhaltsam und nachvollziehbar erzählt er hier die Lebensgeschichten von  Fußballpionierinnen nach, wie Christa Kleinhans oder Helga Noll, die sich über Hohn und Verbote hinwegsetzten, um Fußball zu spielen. So macht Körner nicht nur die frühe Geschichte des Frauenfußballs und damit ein Stück Emanzipationsgeschichte greifbar, sondern auch den Zeitgeist der Nachkriegs-BRD. Weshalb sich so viele Männer überhaupt dagegen wehrten, "ihren" Sport mit weiblichen Spielerinnen zu teilen, erklärt der Autor auf einleuchtende Weise: Der Fußballplatz war für die Männer der Nachkriegsgeneration einer der wenigen Orte, an denen sie Gefühle ausleben konnten - auch deshalb das Frauenfußballverbot des DFB, deshalb all die Trainer, die die Mädchen in ihrem Teams nie an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen ließen, und deshalb auch der Mangel an Idolen und an einer tiefgehenden Geschichte des Frauenfußballs - bisher zumindest, bis zu diesem wertvollen Beitrag Körners, so die begeisterte Rezensentin.

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