Aus dem Englischen Ella Fountain und Magdalena Neff. Vorgestellt von Anita Albus nach der von John Tyler Bonner besorgten Ausgabe. 1917 erstmals erschienen, bietet "Über Wachstum und Form" einen einzigartigen Zugang zu den Phänomenen des Lebens. Mit Hilfe der Mathematik und der Physik ergründet Thompson beispielsweise, warum kleine Tiere stärker schwitzen als große, warum wir auch mit mehr Beinen nicht schneller laufen könnten, warum größere Vögel schneller fliegen als kleine und warum Gelatinetropfen, die in eine härtende Flüssigkeit fallen, künstliche Medusen oder Quallen bilden. Thompsons Buch ist ein Meisterwerk von großem intellektuellem Reichtum. Seine anschauliche Entzifferung der geometrischen Sprache im Buch der Natur, seine stilvolle Prosa, die Verschmelzung von Naturwissenschaft und Geistesgeschichte werden jeden begeistern, der einen wachen Sinn für die Wunder des Lebens hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2006
Auch wenn von D'Arcy Wentworth Thompsons "Klassiker der morphologischen Gestaltforschung" mit ursprünglich elfhundert Seiten in der vorliegenden Übersetzung nur noch fünfhundert übrig sind: Henning Ritter freut sich mächtig nicht nur über den hier dokumentierten historischen Versuch einer Vereinigung von Zufall und Ordnung innerhalb der Evolutionstheorie, sondern auch über "den Sinn für Schönheit als Gegenstand der Theorie", den heute kaum noch jemand würdige. Bedenken, die vielseitige Bildung des Autors könnte dem Leser in die Quere kommen, möchte Ritter zerstreuen. Die Gedanken von Pascal und Goethe, Kant und da Vinci und all der antiken Autoren, die der Band zitiert, seien so frisch, dass es für eine inspirierende Lektüre nicht der Bildung eines Gelehrten bedürfe, sondern eher der Bereitschaft zur unbefangenen Aufmerksamkeit.
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