Aus dem Spanischen von Peter Schultze-Kraft. Dieses Buch gibt uns einen spannenden Einblick in die literarische Entwicklung eines der massgebenden kolumbianischen Autoren in der Zeit von 1959 bis heute und zugleich in die Entwicklung Medellins von einer aufstrebenden Industriemetropole, in der noch Reste ihrer kleinstädtischen Vergangenheit lebendig sind, zu einer modernen, von Drogenhandel und Verbrecherbanden beherrschten Millionenstadt. Es ist ein Weg in die Hölle, den der Autor mit Sachkenntnis und Empathie nachzeichnet. In Kolumbien gibt es keinen zweiten Erzähler, der sich wie Dario Ruiz Gomez in die Seelen seiner Figuren hineinzuversetzen vermag aus welcher Gesellschaftsschicht die Protagonisten der Erzählungen auch immer stammen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2012
Piero Salabe hat diese Kurzgeschichten des kolumbianischen Autors Dario Ruiz Gomez verschlungen, denn sie zeigten ihm, dass die in Medellin herrschende Gewalt nicht allein aus Bombenexplosionen und Maschinengewehrsalven besteht. Sie kommt viel unscheinbarer daher, geht aber viel tiefer. Salabe liest hier von der Angst der Menschen, die bestimmte Dinge besser nicht sagen, gewisse Viertel meiden und überhaupt lieber unsichtbar bleiben. Das hat dem Rezensenten den Atem geraubt, der nichtsdestotrotz von Huren und Gangstern gelesen hat, von altem Vermögen und neuem Drogengeld.
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