Aus dem Englischen von Michael Zilgitt und Carsten Heinisch, "Bis Einstein kam" entschlüsselt die Relativitätstheorie Albert Einsteins und nimmt allen, denen Mathematik und Physik rätselhaft sind, den Minderwertigkeitskomplex. Erstmals werden die Vorläufer Einsteins mit ihren Schicksalen, Gefühlsaufwallungen, Fehlschlägen, Eifersüchteleien und Schrulligkeiten dargestellt. Bodanis verknüpft die Biographien der Naturwissenschaftler und den Fortgang der Forschung über Elektritzität, Masse und Lichtgeschwindigkeit zu einem erzählerischen Kosmos. Den Leser erwarten Einblicke in eine lange, noch nicht erzählte Geschichte der berühmtesten Formel des zwanzigsten Jahrhunderts. Von den ersten Anfängen der Lichtmessung Galileis in einem verschlafenen italienischen Tal bis zur tödlichen Gefahr der Atombombe während des Zweiten Weltkrieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2001
Von einigen kleinen Einschränkungen abgesehen, handelt es sich nach Ernst Peter Fischer hier um eine sehr gut lesbare und gewinnbringende Lektüre. Zunächst geht es um Einsteins berühmte Formel E = mc2, die ja keineswegs im luftleeren Raum entstanden ist, wie der Rezensent erläutert, sondern eine "spannende Geschichte" hat, die der Autor hier in einem "wunderbaren Abschnitt" aufrollt. Fischer lobt, dass hierbei nicht nur rein physikalische Fragen erläutert werden, sondern dass Bodanis darüber hinaus seine Darstellung mit "historischen Geschichten" ergänzt. Besonders gut gefällt dem Rezensenten darüber hinaus das Kapitel 'Nachgehakt', in dem der Autor einzelnen Aspekten aus den vorangegangenen Texten noch einmal gesondert nachgeht, was Fußnoten überflüssig mache. Weniger geglückt findet Fischer jedoch die Passagen des Buchs, in denen Bodanis auf politische Fragen eingeht, wie das "deutsche Kernwaffenprojekt im Zweiten Weltkrieg", zumal der Autor hier keine wirklich neuen Erkenntnisse bieten kann. Zu den großen Stärken des Buchs jedoch zählt Fischer dann wiederum die Passagen, in denen Bodanis auf ihm sympathische Physiker/-innen eingeht, wie etwa die heute weithin unbekannte Emilie du Chatelet oder Cecilia Payne.
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