David E. Gehlke

Systemstörung

Die Geschichte von Noise Records
Cover: Systemstörung
I. P. Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783940822109
Kartoniert, 504 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Mit 225 Fotos und einem Vorwort von Hansi Kürsch (Blind Guardian). Cover von Michel "Away" Langevin (Voivod). Dieses Buch erzählt die Geschichte eines der wichtigsten Metal-Labels der Achtzigerjahre. Noise Records wurden im Schatten der Berliner Mauer von Karl-Ulrich Walterbach, in den frühen Tagen ein bekennender Anarchist, gegründet. Die Hauptbands der Firma - Hellhammer/Celtic Frost, Coroner, Gamma Ray, Grave Digger, Helloween, Kreator, Running Wild, Sabbat, Tankard und Voivod - waren ruppig, innovativ und sehr einflussreich, denn sie prägten die weltweite Metal-Szene, wie wir sie heute kennen, entscheidend mit. Mit O-Tönen von Walterbach, seinen Bands, Angestellten und Kollegen aus der Musikindustrie (basierend auf mehr als 75 Exklusiv-Interviews) gewährt "Systemstörung" Einblicke in die ereignisreiche Historie eines Labels, das während seiner Existenz zwischen 1983 und 2007 auf weit mehr als 400 eigenständige Veröffentlichungen und insgesamt über 10 Millionen verkaufte Tonträgern zurückblicken kann.
Mit legendären Bands und ihren wegweisenden Alben einher gingen Gerichtsprozesse, Streitigkeiten über Verträge, verpfuschte Konzerttourneen, desaströse Stilwechsel und komplizierte bis angespannte Beziehungen zwischen dem Betreiber und den Künstlern, die er betreute. Dieses Buch macht deutlich, dass sich nur sehr wenige Metal-Plattenfirmen mit einem solchen Vermächtnis wie Noise brüsten dürfen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.12.2017

Rezensent Frank Schäfer empfiehlt David E. Gehlkes Buch als Labelgeschichte und Würdigung des Westberliner A&R-Managers und Hausbesetzers Karl-Ulrich Walterbach und seiner Plattenfirmen. Dass der Autor mit Details über das offenbar haarsträubend halsabschneiderische Geschäftsgebaren Walterbachs sparsam umgeht, kann Schäfer verstehen. Mit allzu großem investigativen Drive wäre die Oral History wohl gar nicht zustande gekommen, vermutet er. So liest er Gehlkes Noise-Label-Geschichte weniger als "Business-Schmierenstück", sondern als Werk eines Fans, der Walterbachs Riecher und seine Verdienste für die deutsche Metal-Szene zu würdigen weiß, gut informiert und instruktiv, syntaktisch und stilistisch allerdings bisweilen unterirdisch, meint Schäfer.
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