Aus dem Französischen von Bernd Wilczek. Paris, Rue Ravignan im 18. Arrondissement. Dort betreibt Monsieur Ruche eine kleine Buchhandlung. Der alte Herr sitzt im Rollstuhl, im Laden geht ihm Perrette zur Hand, die mit ihren drei Kindern, Jonathan, Lea und Max, im ersten Stock über der Buchhandlung wohnt. Dazu noch ein Papagei: Nofutur, ein höchst eigenwilliger, sprechender Vogel. Aufregung herrscht in der Rue Ravignan, als ein alter Studienfreund, Elgar Grosrouvre, unter mysteriösen Umständen seine einzigartige mathematische Bibliothek aus Brasilien nach Paris expediert. Er deutet in seinem Brief an, dass er eines der größten Rätsel der Mathematik gelöst habe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2000
Thomas Laux hat einen" zwiespältigen Eindruck" von diesem Roman. Denn einerseits weiß er es zu schätzen, dass Guedj, der als Mathematiker an einer Pariser Universität lehrt, die Geschichte und Probleme der Mathematik durch das Genre eines Romans zu vermitteln versucht. Andererseits hält der Rezensent dieses Unterfangen für fast unmöglich und damit letztlich für gescheitert. Die Probleme der Mathematik lassen sich in seiner Ansicht kaum verständlich in Romanform erzählen, anders als beispielsweise die der Philosophie, wie es Jostein Gaarder gelungen ist. Und so wimmelt es in Guedjs Buch auch von komplizierten Gleichungen, Koordinatensystemen, da errechnen die Figuren "den einen Logarithmus oder den anderen Kotangens", wie Laux feststellt. Das sei für Mathematiker oder Mathematik-Studenten sicher interessant. Von Lesern, die mit der Thematik seit jeher "auf Kriegsfuss" stehen, fordere der Roman aber "viel Geduld", resümiert der Rezensent.
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