Johannes Kepler (1571-1630) gilt zurecht als einer der bedeutendsten Mathematiker und Astronomen der frühen Neuzeit, doch wurde das Philosophische in seinem Werk bislang kaum in angemessener Weise gewürdigt. Volker Bialas legt eine fundierte und anregende Einführung in Leben, Werk und Weltanschauung Keplers vor und setzt dabei durch die Akzentuierung des philosophisch-ganzheitlichen Denkens bewusst einen Kontrapunkt zum herkömmlichen Kepler-Bild.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.07.2004
Den vielen Büchern über Johannes Kepler fügt Volker Bialas ein weiteres hinzu, das die Rolle des Astronomen als philosophischer Denker untersucht, erklärt der sichtlich interessierte Rezensent Malte Oberschelp. Auch wenn Kepler heute als einer der Väter der Naturwissenschaften gelte, so enthielt sein Werk viele uns heute irrational, wenn nicht esoterisch anmutende Überlegungen und Theorien. In Erinnerung geblieben ist natürlich nur, was sich wissenschaftlich bestätigt habe, behauptet Oberschelp weiter, doch was sei mit den heute abstrus wirkenden Vorstellungen des Astronomen, wie etwa der, dass die Bahnen im Sonnensystem durch Würfel oder Oktaeder begrenzt würden? Der Rezensent rechnet es dem Autor hoch an, dass er nicht unterschlägt, wie stark Kepler den religiösen und naturphilosophischen Vorstellungen seiner Zeit verhaftet war, sondern dies vielmehr herausarbeitet. Allerdings in einem nicht immer allgemein verständlichen Ton, kritisiert der Rezensent. Gelegentlich idealisiere auch Bialas seinen Kepler zu sehr, wenn er ihn als genialischen Einzeldenker schildere.
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