Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Die "klassische Altertumswissenschaft" gibt es nicht mehr! In zahlreiche Spezialdisziplinen aufgefächert, kann sie auch vom einzelnen Wissenschaftler nicht umfassend überblickt werden. Im "Neuen Pauly" ist das heute zur Verfügung stehende Spezialwissen zusammengetragen und verknüpft. Damit wurde die Basis für ein neues Antikeverständnis geschaffen. Die Bände 1 bis 12 des Neuen Pauly repräsentieren das Altertum bis etwa 800 n. Christus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2001
Oje, das sieht nicht gut aus für den "Neuen Pauly". Mit den von Hans-Albrecht Koch in seiner gleich das ganze Nachschlagewerk meinenden, sorgfältigen Besprechung so lobend erwähnten Vorgängern, der "Real-Enzyclopädie der classischen Altertumswissenschaften", dem "Kleinen Pauly" und dem "Lexikon der Alten Welt", hat der Neue aber auch keinen leichten Stand. Angesichts der "schlampigen Thesauruspflege" im Neuen ("eine lexikographische Todsünde") findet Koch den Namen und die Sigle DNP gar "ein wenig ridikül". Vornehm ausgedrückt ist das, ist doch gar nicht zu übersehen, wie sehr sich der Rezensent über fehlende oder verstümmelte Artikel und bibliographische Hinweise geärgert hat. Die eingangs von Koch erwähnten Vorteile der neuen Enzyklopädie - der Blick auch auf die altorientalischen Voraussetzungen der im Zentrum stehenden hellenistischen und römischen Kultur; der durch die rasche Erscheinungsfolge der Bände garantierte einheitliche Forschungsstand - schrumpfen gehörig zusammen, wenn das Unternehmen dem Rezensenten als trauriger Beweis dienen kann, "dass sogar die einmal vorbildlich soliden Altertumswissenschaften inzwischen ihren sinnlosen Tribut an Hektik und Betriebsamkeit entrichten, die beide keine Bürgen für Qualität sind."
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