Didier Conrad, Fabcaro

Asterix, Band 40: Die weiße Iris

(Ab 8 Jahre)
Cover: Asterix, Band 40: Die weiße Iris
Egmont Ehapa Media, Berlin 2023
ISBN 9783770424405
Gebunden, 48 Seiten, 13,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Klaus Jöken. Majestix, der Häuptling der Gallier, fällt in eine tiefe Krise. Eigentlich sollte er mit tapferen Kriegern wie Asterix und Obelix an seiner Seite ein leichtes Spiel haben. Von wegen! Der große Anführer bekommt immer wieder Gegenwind und muss sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Dabei fällt er immer wieder unsanft von seinem Schild auf den Boden der Tatsachen …

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.11.2023

Auch wenn für Ralph Trommer "Der Seher", laut Trommer eine der neuen Geschichte vergleichbare Story, immer noch unerreicht ist, hat ihn der neue Asterix, von Didier Conrad in Zusammenarbeit mit Fabcaro (Text) gut unterhalten. Mit dem römischen Gesundheitsguru Visusversus kommt der Zeitgeist in das gallische Dorf und stellt die Gewohnheiten der Bewohner auf den Kopf: Statt Wildschwein nur noch Gemüse, statt Streit Achtsamkeit. Man fährt Tretroller, genießt moderne Kunst und ist geschmeidig nach allen Seiten. Nur Asterix traut dem Braten nicht. Wie die Autoren das in Szene setzen, spitzfindig, rührend, witzig, scheint den Rezensenten zu befriedigen. An die Pointiertheit und den Biss eines Goscinny reicht Fabcaro allerdings nicht heran, muss Trommer einräumen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2023

Schön geworden ist der neue Asterix-Band, findet Rezensent Rainer Moritz. Der wieder von Didier Conrad gezeichnete und erstmals von Fabraco betextete Band verbindet, so Moritz, traditionelle Motive aus der Uderzo/Goscinny-Zeit mit einer klugen Hinwendung zu aktuellen Themen. Ausgerechnet mithilfe der Rhetoriken der Achtsamkeit wollen die Römer die Gallier diesmal kleinkriegen, erfahren wir. Wildschweinessen, führt Moritz aus, ist plötzlich tabu und die sturen Dorfbewohner sind selbst keine Spinner mehr, sondern "Leute, die sich aufgrund ihres exzentrischen Verhaltens von dir und mir unterscheiden" (Zitat aus dem Band). Keineswegs läuft das auf bloßes Wokeness-Bashing hinaus, meint der rundum zufriedene Rezensent, vielmehr spürt der Band den Absurditäten vermeintlich korrekten Sprechens auf vielfältige und hintersinnige Weise nach.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2023

Im neuen Asterix-Band kommt Caesar auf die Idee, die Gallier nicht mit militärischer Macht, sondern mit "positivem Denken" zu besiegen, erklärt Rezensent David Steinitz, der hin und weg ist von diesem neuen Band, was nicht zuletzt am Witz des neuen Texters Fabraco liegt. Römer und Gallier sollen von dem Guru Visusversus auf Vordermann gebracht werden. Damit einher geht der Verzicht auf Fleisch, Beschimpfungen und Kloppe. Wie das ausgeht, kann man sich ja denken. Steinitz fühlt sich mit diesem Band wieder an die goldenen Zeiten der Uderzo/Goscinny-Ära erinnert. Die Übersetzung von Klaus Jöken findet ebenfalls den Zuspruch des Rezensenten, der überhaupt ganz vom Wortwitz dieser Ausgabe begeistert ist.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.10.2023

Rezensent Matthias Heine widmet sich dem neuen, mittlerweile vierzigsten Asterix-Comic, den zum ersten Mal der Texter Fabcaro zu verantworten hat. Er liest hier auch eine "Parodie auf den Zeitgeist", die aber sehr freundlich geraten sei: Die Gallier werden dank des Einflusses von Visusversus, einem an Achtsamkeit und mentaler Gesundheit interessierten Römers zunehmend "woke" und offen, was besonders die Frauen im Dorf  - allen voran Gutemine - kräftig unterstützen. Am Ende gibt's eine Massenschlägerei, die Heine an vorhergegangene Bände der Reihe erinnert. Auch wenn Coaching, positives Denken und NLP ihn an die "woke Ideologie" erinnern, geht Fabcaro damit recht freundlich um. Der Punkt ist nicht, dass die Gallier zu woke sind, sondern dass die neue innere Balance ihren Widerstandsgeist schwächt. Für den Kritiker auch eine Parabel darauf, dass selbst die idealistischsten Weltauslegungen nicht immer aufgehen.
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