2 MP3-CDs, herausgegeben von der Aretinus Gesellschaft für Musikarchivierung. Der gesamte Text der Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1912, vorgetragen von Burkhard Behnke, Johannes Gabriel, Wolfgang Gerber, Patrick Imhof und Peter Sodann. Kein zweites Buch hat die abendländische Kultur ähnlich stark geprägt wie die Bibel. In der deutschen Sprache stellt die Übersetzung durch Martin Luther einen literarischen Meilenstein dar. Die Hörbuch-Ausgabe macht die kraftvolle Sprache Luthers neu erfahrbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2006
Der Rezensent Hermann Kurzke beginnt mit einer allgemeinen Kulturdiagnose - sie hat einen Stich ins Verfallstheoretische -, bevor er bei seiner Besprechung zweier Hörbuchversionen der Bibel endlich auf Adam und Eva kommt. Kulturdiagnostisch geht es um der nivellierten Gegenwart Unfähigkeit im Umgang mit der großen Bandbreite der Töne und Stile der Bibel, insbesondere aber dem hohen Ton. Und weil ihnen das Ohr fehle, die Stimme und der Glaube ans Große, von dem die Heilige Schrift kündet, kann Kurzke auch nicht recht ertragen, was die - wie der Rezensent anzumerken versäumt - ausschließlich männlichen Schauspieler, die hier lesen, mit dem Bibeltext anstellen. Das klinge nämlich so: "Sie sagen 'Mein Reich ist nicht von dieser Welt', als würden sie sagen 'Ich esse lieber Schokolade'." Da ist der Rezensent verstimmt. Die Version der Aretinus-Gesellschaft verteilt den Text auf mehrere - freilich alles in allem nicht wirklich taugliche - Sprecherstimmen, was die Sache wenigstens abwechslungsreicher mache. Zweimal Lob bekommt immerhin Peter Sodann, dessen Lesung des "Vater unser" den Rezensenten überzeugen kann. Sonst aber wendet der sich gen FAZ-Leser und Himmel und erhebt mit Heulen und Zähneklappern Klage über "gedämpften gaumigen Einheitsbrei" in traditionsvergessener Gegenwart.
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