Von Wolf-Dietrich Bukow, Claudia Nikodem, Erika Schulze u.a. Die Untersuchung zeigt, dass sich allem beliebtem Lamentieren über den Zerfall der Städte und dem Scheitern der "multikulturellen Gesellschaft" zum Trotz - trotz Rassismus und Ausgrenzung - sehr wohl ein lebenspraktisches Alltagsleben entwickelt hat und Kompetenzen gewachsen sind, mit denen Konflikte zivil gelöst werden.
Mit dem Klischee, dass Migranten zum Ärger im Alltag und Zerfall des Gemeinwesens einer Stadt beitragen, setzt sich eine Studie der Forschungsstelle für Interkulturelle Studien (FiSt) am Beispiel des Kölner Viertels Ehrenfeld auseinander - und räumt auch gleich damit auf. Mit einem effektvollen Perspektivenwechsel, wie Rezensent Mark Terkessidis findet, zeigen die Autoren, dass das Viertel - darin beispielhaft für andere - in Wirklichkeit einer Art "sozialer Grammatik" folgt, auch ohne "hohe Ausländeranteile", die schließlich oft zur Rechtfertigung sozialer Konflikte herangezogen werden. Somit kratzt die Studie, wie Terkessidis lobend bemerkt, an dem in vielen Köpfen herumspukenden "Ausländermythos" und leitet, eingereiht in eine Folge mehrerer neuer engagierter Studien, einen längst fälligen Wechsel der Blickwinkel ein, der die Forschung "endlich doch noch vom Kopf auf die Füße" fallen lässt, wie der Kritiker hoffnungsvoll verkündet.
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