Herausgegeben von Jan Voss, Beat Keusch, Johannes Ullmaier und Björn Roth. "Meine Hauptarbeit ist Bücher schreiben gewesen. Die Objekte habe ich gemacht, damit ich Geld bekomme, denn vom Schreiben konnte ich nicht leben." Ein überraschendes Bekenntnis für einen, der - einst als "Schimmelkünstler" notorisch - inzwischen als einer der vielschichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts anerkannt ist. Doch über den bildenden Künstler den Dichter zu vergessen wäre bei Dieter Roth so falsch wie bei Kurt Schwitters. Denn obgleich vom Literaturbetrieb weitgehend unbemerkt (weil in teuren Editionen erschienen), schuf Roth ein vergleichsloses literarisches Oeuvre, dessen Spannweite von der Konkreten Poesie über die Wahrnehmungstheorie in Mundunculum, die Bastelnovellen und die "Scheisse"-Lyrik bis zur ungeschützten Verzweiflung der späten Copy-Tagebücher reicht und hier in Auswahl erstmalig als Lesebuch präsentiert wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.03.2006
Rezensent Jörg Drews freut sich über einen neuen Anlauf, das schriftstellerische Werk des 1998 verstorbenen Künstlers Diether Roth einem jüngeren Publikum zu erschließen. Über dreißig Jahre sei die Auseinandersetzung mit dem berühmten Künstler als Schriftsteller vernachlässigt worden, dabei seien die Schriften Roths an "Wucht und Irritationskraft, Komik und Destruktivität" kaum zu überbieten. In der Tradition der negativen Kunstbegriffs stehend, gehöre er in eine Reihe, die von Kurt Schwitters bis Wolfgang Bauer reiche und auch auf die jüngeren experimentellen Lyriker wie Franz Josef Czernin noch Einfluss ausübe. Roth ging es um das gezielte Vermurksen und Misslingen der Texte: "Wenn ich das Leben sehe werde ich schlecht" zitiert Jörg Drews den Autor. Die Gedichte, zugleich pathetisch und unsinnig, werden von großem Atem getragen und klappten dann einfach zusammen, als ginge ihnen die Luft aus. "Einmalig und lebendig und beim Lesen ständig in Trab" sei die Lektüre Diether Roths, dem ein großer Leserkreis zu wünschen übrig bleibe, beschließt der Rezensent.
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